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Australien: Corona-Krise erscheint trotz Melbourne-Lockdown im Griff


27.07.20 11:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Australische Dollar (AUD) profitiert weiterhin von der immensen Nachfrage aus China für das wichtigste Exportgut Australiens, Eisenerz, so die Analysten von Postbank Research.

China habe im Juni 35 Prozent mehr als im Vorjahr importiert, sodass der Preis für Eisenerz auf ein Einjahreshoch gesprungen sei. Australien sei dabei auch weiterhin Nutznießer von Angebotsunterbrechungen und -ausfällen in Brasilien.

Der Rückenwind von Seiten der gestiegenen Rohstoffpreise sollte die negativen Effekte des erneuten sechswöchigen Lockdowns in Melbourne überkompensieren können.

Die australische Notenbank habe Negativzinsen weiterhin ausgeschlossen, was für Kapitalzuflüsse aus dem Ausland sorge. Zudem habe sie in den vergangenen beiden Monaten keine Anleihen kaufen müssen. Die Maßnahmen zur Kontrolle der Zinsstrukturkurve würden lediglich sporadische Eingriffe der Notenbank erfordern.

Die Infektionsrate lägen weiterhin weit unter der der meisten anderen Industrieländer. Und das nationale Gesundheitssystem habe die Pandemie bis dato im Griff. Zwar sei das Westpac-Verbrauchervertrauen im Juli um 6,1 Prozent gefallen, was aber wohl exklusiv auf den Melbourne-Lockdown zurückzuführen sei.

Dies verschiebe den positiven Blick der Analysten auf den AUD allerdings nur nach hinten. Die Analysten würden Aufwertungspotenzial auf EUR/AUD 1,54 (1,637; Stand: 20.07.2020) über die nächsten zwölf Monate erwarten. (Ausgabe Währungsbulletin August 2020) (27.07.2020/alc/a/a)