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Aussage des EZB-Chefvolkswirts Praet sorgt für spürbaren Renditenstieg bei deutschen Staatsanleihen


07.06.18 09:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Aussage des EZB-Chefvolkswirts Praet (gilt als geldpolitische "Taube"), wonach der EZB-Rat bei der Zinssitzung am kommenden Donnerstag prüfen werde, ob die Voraussetzungen für eine graduelle Einstellung (Tapering) der Anleihekäufe erfüllt seien, hat dem Euro gestern und heute im frühen Handel Auftrieb verliehen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die Gemeinschaftswährung habe sich bis an die Marke von EUR/USD 1,18 herangetastet. Auch die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen sei im Tagesverlauf spürbar angestiegen.

Unterdessen habe die EU-Kommission bekanntgegeben, dass die bereits angekündigten Vergeltungszölle auf ausgewählte US-Produkte ab Anfang Juli gelten sollten. Die notwendigen Abstimmungen mit den Mitgliedsstaaten sollten bis Ende Juni erfolgt sein. Das betroffene Importvolumen solle sich in einem ersten Schritt auf EUR 2,8 Mrd. belaufen.

Mit Blick auf den Datenkalender sei heute lediglich der bereits veröffentlichte deutsche Auftragseingang für den Monat April erwähnenswert. Nachdem bereits im März ein Rückgang verzeichnet worden sei, seien die Aufträge im April abermals und deutlich (-2,5% p.m.) zurückgegangen. Der Konsens habe hingegen einen Anstieg erwartet.

Auf dem Primärmarkt habe Deutschland gestern eine Anleihe mit Fälligkeit 2023 um EUR 1,6 Mrd. aufgestockt (Emissionsrendite: -0,19%), das angestrebte Emissionsvolumen von EUR 2 Mrd. sei damit verfehlt worden. Für heute hätten sich Spanien (3J, 5J, 10J sowie inflationsindexiert 5J) und Frankreich (10J, 15J, 20J) mit Anleihen angekündigt. (07.06.2018/alc/a/a)