Auf rekordtiefe Inflation folgt in Moskau jetzt wohl die Zinssenkung


15.09.17 12:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Zentralbank der Russischen Föderation will heute über die Höhe ihrer Leitzinsen entscheiden, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Der unverändert disinflationäre Preistrend in der Volkswirtschaft und die jüngst wieder niedrigeren Inflationserwartungen würden für eine erneute Rücknahme der Schlüsselsätze sprechen. Die allgemeinen Preissteigerungen hätten im August nur noch um 3,3% höher als im Vorjahresmonat, ein Rekordtiefstand deutlich unter dem angestrebten Inflationsziel gelegen. Zugleich verspreche der günstige Ernteverlauf 2017 auch in den kommenden Monaten niedrige Ausgaben für Nahrungsmittel und eine Inflation unter der 3%-Marke.

Nachdem die Notenbanker den relevanten Satz für einwöchige Repogeschäfte zuletzt im Juni von 9,25% auf 9,00% herabgesetzt hätten, würden die Analysten insofern von ihnen heute eine neuerliche Absenkung um 50 Basispunkte erwarten. Der dadurch voraussichtlich auf deutlich über 5% anziehende Realzins würde dem Rubel Rückenwind geben, was wiederum inflationssenkend wirke. Künftig würden die Analysten mit weiteren Zinssenkungen bis auf 8,00% zum Ende des laufenden Jahres und bis auf 7,00% zum Ende 2018 rechnen. Im Umfeld fallender Renditen würden somit auf Rubel lautende Staatsanleihen ihre Attraktivität für Anleger behalten. (15.09.2017/alc/a/a)