Erweiterte Funktionen

Auf die US-Zinsen kommt es an


05.02.21 11:00
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Die Volatilität an den Aktienmärkten ist zuletzt wieder gesunken, so Mark Dowding, Chief Investment Officer von BlueBay Asset Management.

Dadurch sei die Risikobereitschaft der Anleger gestiegen - auch vor dem Hintergrund robuster US-Wirtschaftsdaten, sinkender Covid-19-Infektionen und stetiger Fortschritte bei den Impfungen.

Umfragen zum Geschäftsklima in den USA und andere Frühindikatoren würden auf eine anhaltende Stärke der größten Volkswirtschaft der Welt hindeuten. Die Geldpolitik dürfte mit Blick auf die jüngste Sitzung der US-Notenbank FED locker bleiben und weitere fiskalische Stimuli seien auf dem Weg. Das habe dazu beigetragen, die Hoffnungen auf eine Reflation zu untermauern. Die Konsequenz: Die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen seien auf den höchsten Stand seit fast zwölf Monaten gestiegen.

Ungeachtet dessen habe die relativ kontrollierte Art dieser Bewegung dazu geführt, dass sie für Risikoanlagen im weiteren Sinne bisher nicht beunruhigend geworden sei. Aus Dowdings Sicht könnte dieser Trend weitergehen: Er erwarte, dass die Renditen 10-jähriger Treasuries im Laufe der kommenden Wochen bei 1,25 Prozent liegen würden.

In naher Zukunft stünden wenige potenziell marktbewegende Ereignisse an. Trotz aller Herausforderungen würden die Corona-Impfungen Fortschritte machen, der Trubel um die GameStop-Aktie sei abgeebbt und die Politik dürfte ebenfalls nicht viel Aufmerksamkeit erregen, bis Richtung März die Debatte über die Fiskalpolitik in den Vordergrund rücken könnte. Vieles deute daher darauf hin, dass die Schwankungen in den kommenden Tagen weiter abnehmen würden. In diesem Fall dürften die Trends der vergangenen Woche zumindest noch eine Zeit lang anhalten.

Ein Risikofaktor seien jedoch die US-Zinsen: Ein Anstieg der US-Renditen über 1,25 Prozent in den kommenden ein oder zwei Wochen könnte dazu führen, dass die Marktteilnehmer defensiver würden. Vor diesem Hintergrund habe ein Portfolio mit Long-Positionen in Risikoanlagen und Short-Positionen in Zinsen derzeit einen gewissen Reiz - auch wenn wir vorsichtig sein müssten, dass abnehmende Risiken dazu führen könnten, dass Aktien- und Anleiherenditen wieder miteinander korrelieren würden.

Ungeachtet dessen sei Dowding der Meinung, dass die Zentralbanken einen zu frühen und zu weiten Zinsanstieg aus Angst vor einer Verschärfung der finanziellen Bedingungen vermeiden wollten - und in diesem Fall verbale Interventionen zur Beruhigung der Märkte folgen würden. (05.02.2021/alc/a/a)