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Asiatischer Anleihemarkt sollte dringend benötigte Erholung erhalten


03.02.21 09:45
JK Capital Management

Hong Kong (www.anleihencheck.de) - Nach der Flut an Neuemissionen im Januar erwarten wir, dass sich im Februar mit dem Nahen des chinesischen Neujahrsfests die Marktaktivitäten verlangsamen werden, so Marcus Weston, CFA, Fixed Income Senior Portfolio Manager, JK Capital Management Ltd., einem Unternehmen der La-Française-Gruppe.

Darüber hinaus habe die jüngste Stabilisierung der Ertragskurve der US-Treasuries (UST-Yield Curve) wahrscheinlich den Druck von asiatischen Unternehmen genommen, ihre Anleiheemissionen zu überstürzen. Dies sollte dem asiatischen Anleihemarkt, der Anzeichen einer "Verdauungsstörung" am Primärmarkt zeige, die dringend benötigte Erholung bringen.

Da die politische Volatilität durch Trump nun etwas in den Hintergrund getreten sei, würden die Experten erwarten, dass klassischere Makrosignale wieder zu den wichtigsten Treibern des Anleihemarktes würden. Mit anderen Worten: Die Aufmerksamkeit werde sich wieder auf das Zusammenspiel von Wirtschaft und Fiskal-/Geldpolitik richten. In dieser Hinsicht bleibe Corona die größte Herausforderung und offensichtlich sei größtenteils der Corona-Impfstoff-Optimismus zu Beginn des Jahres verfrüht gewesen.

Die Fälle würden weiter ansteigen, während die Einführung des Impfstoffs eher unbefriedigend sei. Während dies den jüngsten Trend der Versteilerung der Zinskurve unterbrechen könnte, würden die Experten höhere US-Treasury-Renditen und eine US-Dollar-Schwäche für unvermeidlich halten. Denn Biden werde seine fiskalische Agenda weiter vorantreiben wollen, solange er die Kontrolle über Senat und Repräsentantenhaus habe.

In der asiatischen Region werde die wichtigste Entscheidung in Bezug auf Corona sein, inwieweit die Einschränkung des Personenverkehrs durch die chinesischen Behörden während des chinesischen Neujahrsfestes zu einer Beeinträchtigung der Konsumnachfrage führe. Die Experten würden bereits jetzt schon sehen, dass einige Sektoren wie Tourismus und Einzelhandel vor den Feiertagen zurückhaltend gehandelt würden. Dabei sei es der Immobiliensektor, der unweigerlich die größten Auswirkungen auf die asiatischen Märkte haben werde. Allerdings hätten Immobilienwerte im letzten Jahr eine unglaubliche Widerstandsfähigkeit bewiesen. Wie die jüngsten Veröffentlichungen zu den Gesamtjahresumsätzen zeigen würden, hätten die Unternehmen trotz der Lockdowns immer noch ein beeindruckendes Wachstum erzielen können.

Da die Nachfrage nach dem Sektor stabil bleibe, werde es nach Ansicht der Experten weiterhin die Regierungspolitik sein, die die Performance von Anleihen bestimme. Dies, obwohl die jüngsten Verschärfungen, wie die neue Drei-Rot-Linien-Regel für Immobilienprojektentwickler (Debt to Asset, Net-Debt-to-Equity, Matching von Cash) einige Bedenken hinsichtlich der Volatilität aufkommen lassen könnten, sei dies nach Ansicht der Experten letztendlich positiv für die Stabilität des Sektors. Es sei bezeichnend, dass trotz des jüngsten Einbruchs bei Anleihen des Großemittenten CHFOTN dies noch nicht zu einem größeren Ausverkauf im restlichen Sektor geführt habe. Dies deute darauf hin, dass chinesische Immobilienanleihen für inländische Anleger weiterhin attraktiv seien. (03.02.2021/alc/a/a)