Argentinische Notenbank erhöht Leitzins auf 28,75%


08.11.17 09:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Das EZB-Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger hat in einem Interview mit Bloomberg-TV Kritik an der EZB-Entscheidung geäußert, sich auf keinen konkreten Zeitpunkt für eine Beendigung der Anleihenkäufe festgelegt zu haben, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

EZB-Präsident Draghi habe bereits in der Pressekonferenz nach der EZB-Ratssitzung am 26.10 von einer mehrheitlichen aber nicht einstimmigen Entscheidung in dieser Frage gesprochen. Das Offenlassen eines konkreten Ausstiegzeitpunktes und die Festlegung mindestens für neun Monate im kommenden Jahr das QE-Programm fortzusetzen sei als "dovish" eingestuft worden. In diesem Kontext würden die Analysten bis zum Jahresende 2018 nur einen geringen Anstieg der Rendite 10-jähriger Bundesanleihen auf 0,60% erwarten (bisher: 0,90%).

Auch die polnische Notenbank (NBP) berate heute über ihre Leitzinsen. Trotz guter konjunktureller Entwicklung und leicht ansteigender Inflationserwartungen sei nicht mit einer Zinsanhebung zu rechnen, da die NBP jüngst eine wachstumsorientierte Geldpolitik betrieben habe.

Nachdem die argentinische Notenbank bereits im Oktober den Leitzins um 150 BP angehoben habe, sei gestern eine weitere Verschärfung um 100 BP auf 28,75% erfolgt. Die Notenbank versuche hierdurch die zuletzt angestiegenen Inflationserwartungen mit Blick auf die nächsten zwölf Monate wieder in den Griff zu bekommen, die zuletzt bei rund 17% gelegen hätten. Die Zentralbank habe ein Inflationsziel von 10%+/-2%. (08.11.2017/alc/a/a)