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Argentinien unterbreitet seinen Gläubigern ein neues Angebot


09.07.20 12:15
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Um den neunten Staatsbankrott Argentiniens zu vermeiden, hat die Regierung von Präsident Alberto Fernandez ihren Gläubigern ein neues Angebot unterbreitet, so die Börse Stuttgart.

Dabei drehe es sich um ausstehende Anleihen im Gegenwert von 65 Milliarden US-Dollar. Insgesamt habe die Staatsverschuldung Argentiniens Stand Ende 2019 323 Milliarden US-Dollar betragen. Im Rahmen des neuen Angebots sollten die Gläubiger auf jeden US-Dollar 0,535 US-Dollar erhalten. Das Angebot gelte bis zum 4. August 2020.

Sollte das Angebot von den Gläubigern abgelehnt werden, wäre der neunte Staatsbankrott für Argentinien wohl unausweichlich. In diesem Fall könnten keine weiteren Schulden über den Kapitalmarkt aufgenommen werden. Argentinien müsste dann beispielsweise auf die Weltbank oder den Internationalen Währungsfonds zugehen, da die eigenen Staatseinnahmen nicht ausreichen würden, um den staatlichen Verpflichtungen nachzukommen.

Die Gläubiger hätten der argentinischen Regierung zuvor in einer gemeinsamen Presseerklärung mangelnden Einsatz zur Lösung der Probleme vorgeworfen. Zu den Gläubigern Argentiniens würden auch namhafte institutionelle Investoren wie Blackrock oder Fidelity zählen.

Die ökonomischen Rahmendaten Argentiniens seien indes äußerst besorgniserregend: Für das laufende Jahr werde eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 12% erwartet. Zuletzt habe die Inflationsrate 50% betragen. Bereits im Mai habe Argentinien Zinszahlungen an seine Gläubiger in Höhe von über 500 Millionen US-Dollar nicht nachkommen können. (Bonds Weekly Ausgabe 26 vom 09.07.2020) (09.07.2020/alc/a/a)