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Archegos ist eher ein Sturm im Wasserglas im Vergleich zur US-Fiskalpolitik


01.04.21 11:30
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Den milliardenschweren Zahlungsausfall beim US-Hedgefonds Archegos sieht Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management, als Sturm im Wasserglas.

Die wirtschaftlichen Folgen der Fiskalpolitik in den Vereinigten Staaten seien ungemein bedeutsamer: "Die US-Fiskalpolitik stellt unverändert die Gefahr dar, dass die Anleiherenditen weiter steigen könnten."

Der Zusammenbruch des Hedgefonds Archegos und die damit verbundene Auflösung seiner fremdfinanzierten Aktienbestände hätten in den vergangenen Tagen im Fokus der Finanzmärkte gestanden. Im Zuge der erforderlichen Blocktrades habe eine Reihe von Finanzinstituten milliardenschwere Verluste hinnehmen müssen.

Es habe den Anschein, dass wieder einmal Gier über gesundes Risikomanagement und eine solide Due Diligence überwogen habe, nicht zuletzt, da der Gründer von Archegos, Bill Hwang, bereits im Zusammenhang mit Insiderhandel vorbestraft sei. Offenbar handle es sich bei den Vorgängen um ein relativ isoliertes Ereignis. Folglich gebe es keinen Grund zur Sorge, dass eine breitere Ansteckung drohe. In entsprechenden Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern in den vergangenen Tagen sei deutlich geworden: Der Zahlungsausfall bei Archegos dürfte eine verschärfte Regulierung und verbesserte Risikomanagementpraktiken anstoßen.

Archegos sei aber eher ein Sturm im Wasserglas im Vergleich zur US-Fiskalpolitik, denn deren mittelfristige wirtschaftliche Folgen seien ungemein bedeutsamer: Die Fiskalpolitik stelle unverändert die Gefahr dar, dass die Anleiherenditen weiter steigen könnten. Vor diesem Hintergrund sei zu erwarten, dass angesichts einer expansiven Fiskalpolitik eine straffere Geldpolitik erforderlich sein werde.

Zu Beginn des zweiten Quartals 2021 erhole sich die US-Wirtschaft rasch - in den nächsten drei Monaten könnte sie mit einer zweistelligen Wachstumsrate expandieren. Infolgedessen sei mit einem robusten Beschäftigungsaufbau zu rechnen. Weil viele Verbraucher über reichlich Bargeld verfügen würden, sähen die Experten von BlueBay Asset Management eine aufgestaute Nachfrage, die den Wirtschaftsaktivitäten in den kommenden Wochen kräftig auf die Sprünge helfen werde. Das signalisiere auch das gute Vorankommen der Impfkampagnen in den USA und Großbritannien, die zusammen mit dem Frühlingsbeginn von einem bullishen Szenario für die kommenden Monate ausgehen lassen würden.

Obwohl die Renditen von Staatsanleihen im ersten Quartal ihren größten vierteljährlichen Renditeanstieg seit 1994 gesehen hätten, seien die Experten von BlueBay Asset Management der Meinung, dass es weiterhin angebracht sei, hier eine moderat defensive Haltung einzunehmen. Wir bereiten uns auf einen Anstieg der Renditen in Richtung zwei Prozent bei den 10-jährigen Anleihen vor und nutzen jede Rally als Gelegenheit, um Short-Positionen aufzustocken, so die Experten von BlueBay Asset Management. (01.04.2021/alc/a/a)