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Anziehende Inflationserwartungen


15.02.21 15:30
Berenberg

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Von der Volatilitätsspitze Ende Januar haben sich die Aktienmärkte zügig erholt, so Dr. Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg, in der aktuellen Ausgabe von "Berenberg Märkte-Monitor".

Insbesondere chinesische Aktien und US-Tech-Titel hätten seitdem deutlich zulegen können. Konjunkturoptimismus, höher als erwartete Q4-Unternehmensgewinne, positive Revisionen der Gewinnerwartungen und hohe Kassenbestände würden dafür sorgen, dass Anleger die Abverkäufe als Kaufgelegenheit sähen. Wir bleiben weiterhin konstruktiv für Aktien, sehen aber zwei Gefahren, so Dr. Bernd Meyer. Sollten die Corona-Viren mutieren und die Impfstoffe nicht mehr wirken, dürfte sich der Konjunkturoptimismus in Luft auflösen. Das ist jedoch nicht unser Basisszenario, so Dr. Bernd Meyer weiter.

Für wahrscheinlicher erachte es Dr. Bernd Meyer, dass die langlaufenden Anleiherenditen insbesondere aufgrund von anziehenden Inflationserwartungen weiter steigen würden. Passiere dies schnell und stark, dürfte auch der Aktienmarkt zumindest temporär unter Druck geraten. Besonders problematisch für die Märkte wären steigende Realrenditen. Dies und das Verhalten der Amerikanischen Zentralbank gelte es zu beobachten.

In den nächsten Wochen ende die Q4-Berichtssaison, welche überraschend positiv ausgefallen sei. Auf Unternehmensseite werde es somit ruhiger und vor allem in den USA würden die Aktienrückkaufprogramme wieder deutlich Fahrt aufnehmen. Am heutigen Montag seien die US-Börsen aufgrund eines Feiertages geschlossen.

Diese Woche werde es konjunkturell wieder spannender. Am Dienstag würden die ZEW-Konjunkturerwartungen (Feb.) für Deutschland sowie der Empire State Index (Feb.) für die USA veröffentlicht. Am Mittwoch würden die japanischen Maschinenbauaufträge (Dez.), die US-Einzelhandelsumsätze (Jan.) sowie die US-Industrieproduktion (Jan.) folgen. Die wöchentlichen Erstanträge für Arbeitslosenunterstützung, die Wohnungsbau-Daten sowie der Philadelphia FED-Index für die USA würden am Donnerstag bekannt gegeben. Am Freitag stünden die vorläufigen Einkaufsmanagerindices (Markit, Feb.) für Frankreich, Deutschland, die Eurozone, Großbritannien und die USA sowie die britischen Einzelhandelsumsätze (Jan.) an. (15.02.2021/alc/a/a)