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Anleihenmärkte zunehmend herausfordernd


09.01.18 08:45
Swisscanto Invest

Zürich (www.anleihencheck.de) - Die US-Steuerreform tritt Anfang 2018 in Kraft, so die Experten von Swisscanto Invest.

Die positiven Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukt würden über einen Zeitraum von zehn Jahren auf einen Prozentpunkt geschätzt. Deutlich stärker dürften die Unternehmensgewinne profitieren. In der Eurozone würden die Konjunkturindikatoren überwiegend positiv überraschen. Indes bewege sich die Inflation fernab vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Konjunktur zeige somit keine Überhitzungssymptome. Was die Entwicklung der Konjunktur in China betreffe, sei die Unsicherheit 2018 höher als 2017 und so sollte das diesjährige Wachstum leicht schwächer ausfallen. Für die Schwellenländer könne nicht mit einer Beschleunigung der Wachstumsdynamik gerechnet werden.

Die globalen Aktienmärkte hätten im Dezember nochmals zugelegt und alle Regionen hätten ein Plus erzielt. 2018 dürfte die Gewinnentwicklung die Richtung an den Aktienmärkten bestimmen. Die robuste globale Konjunktur, die in den USA allmählich sichtbar werdende Inflation und die zaghaft anlaufende Leitzinsnormalisierung würden 2018 wohl für leicht steigende Renditen bei den Staatsanleihen sorgen.

Für 2018 würden die Mitglieder der US-Notenbank drei Zinserhöhungen in Aussicht stellen. Zuversicht für den projektierten Zinspfad würden die Währungshüter aus den guten Wachstumsaussichten und den zunehmenden Engpässen am Arbeitsmarkt schöpfen. Die Experten würden in der Eurozone noch keine geldpolitische Wende sehen und nach wie vor nicht erwarten, dass der erste EZB-Zinsschritt vor Mitte 2019 erfolgen werde.

Während der Markt für 2018 mit insgesamt zwei Zinsschritten der US-Notenbank FED rechne, würden die Experten - wie erwähnt - deren drei erwarten. Sollten sie mit ihrer Prognose richtig liegen, dürfte der US-Dollar gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken auf Jahressicht leicht zulegen. Auch der Kanadische Dollar dürfte 2018 stark sein, würden die Marktteilnehmer doch drei Zinserhöhungen seitens der Bank of Canada erwarten.

Die Jahre der ultratiefen Refinanzierungskosten dürften der Vergangenheit angehören. Die Kombination aus abflauendem geldpolitischem Rückenwind und hohem Verschuldungsniveau werde die Finanz- und vor allem die Anleihenmärkte zunehmend herausfordern. Insbesondere, weil die vielerorts niedrigen Renditen strukturell tief bleiben dürften, aber um den wegfallenden geldpolitischen Einflussfaktor steigen würden. Somit würden die tiefen Kupons heutiger Emissionen den Renditeanstieg infolge steigender Zins- und Inflationserwartungen sowie steigender Bonitätsprämie schlecht kompensieren. Die Experten würden zwar von höheren Renditeniveaus ausgehen, aber die Bäume würden nicht in den Himmel wachsen.

In Japan habe sich die Konjunktur bislang in besserer Form gezeigt als erwartet. Für 2018 würden die Experten damit rechnen, dass sich die solide Entwicklung fortsetzen sollte. Die Arbeitslosenquote sei niedrig, was steigende Löhne und Investitionen nach sich ziehen und die Binnenwirtschaft stützen sollte. Für international agierende Unternehmen würden die Experten Impulse durch einen schwächeren Yen erwarten. Gegenüber den meisten anderen Regionen biete Japan noch eine relativ günstige Bewertung. Dieser Vorteil dürfte dann wieder stärker in den Fokus rücken, wenn die Renditen der globalen Staatsanleihen nachhaltig steigen sollten. (Ausgabe vom 08.01.2018) (09.01.2018/alc/a/a)