Anleihen: Schwindende Hoffnung auf weitere Zinssenkung


04.11.19 10:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Renditen steigen weiter, so die Deutsche Börse AG.

Das habe mehrere Gründe: "Schwindende Hoffnungen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik belasten die Anleihemärkte", stelle Christoph Rieger von der Commerzbank fest. "Ausschlaggebend für die zuletzt höheren Renditen dürfte die Erleichterung darüber gewesen sein, dass es Ende Oktober mit der Verlängerung der Austrittsfrist keinen No-Deal-Brexit geben wird", meine Sintje Boie von der Hamburg Commercial Bank. Außerdem hofften Marktteilnehmer auf eine baldige Teileinigung zwischen den USA und China im Handelskonflikt.

Zehnjährige Bundesanleihen hätten am Freitagmorgen mit minus 0,40 Prozent rentiert, Ende August seien Tiefststände bei unter minus 0,70 Prozent erreicht worden. Auch in den USA seien die Zinsen zuletzt wieder nach oben gelaufen: Die Renditen zehnjähriger Treasuries lägen aktuell bei 1,69 Prozent nach 1,47 Prozent Anfang September (01.11.2019, 12:38).

Am Mittwoch habe die FED ihren Leitzins zum dritten Mal in diesem Jahr gesenkt, aber eine Pause von ihrem Lockerungskurs angekündigt. "Bemerkenswert dabei ist, dass selbst Draghi in seiner Abschiedsrede einräumte, dass ‚wir uns heute in einer Situation befinden, in der die niedrigen Zinsen nicht die gleiche Wirkung wie in der Vergangenheit entfalten'", bemerke Rieger. Noch gewichtiger könne sein, dass die neue EZB-Chefin Lagarde in einem Interview angedeutet habe, sie sei offen für eine Überprüfung der negativen Zinsen: Es gebe einen Moment, in dem die Frage nach dem Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Auswirkungen dieser Politik gestellt werden müsse.

Christine Lagarde habe am Freitag ihre Arbeit als neue EZB-Chefin aufgenommen. "Mit der wachsenden Kritik an Negativzinsen schwinden Lagardes Optionen", bemerke Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank.

Im Handel mit Unternehmensanleihen griffen Anleger nach Unternehmenszahlen und einem Kursrückgang bei der Anleihe des finnischen Stahlkonzerns Outokumpu Oyj zu, wie Daniel feststelle.

Neuemissionen gebe es derzeit einige. "Auffällig ist, dass sie wieder öfter mit kleinanlegerfreundlicher Stückelung sind", bemerke Rainer Petz von Oddo Seydler und berichte von einer neuen E.ON-Anleihe (ISIN XS2077546682 / WKN A254PW), die bis 2031 laufe und 0,625 Prozent biete, der Handel starte diese Woche. "Viel ist das zwar nicht, aber immerhin etwas", meine der Händler.

Daniel melde zwei neue Anleihen von Daimler: Die erste (ISIN DE000A2YPFU9 / WKN A2YPFU) weise einen Kupon von 1,125 Prozent auf bei einer Laufzeit bis Juni 2031, die zweite (ISIN DE000A2R9ZU9 / WKN A2R9ZU) sei im Juni 2027 fällig und biete 0,625 Prozent. Die Stückelung liege, wie bei E.ON, bei 1.000 Euro.

Neu im Handel sei zudem der Bond (ISIN AT0000A2AX04 / WKN A2R9CX) von UBM Development mit Kupon von 2,75 Prozent und Laufzeit bis 2025.

Bis voraussichtlich 13. November könnten Anleger noch eine besicherte vierjährige (ISIN DE000A2YPAL9 / WKN A2YPAL) und eine unbesicherte fünfjährige Anleihe (ISIN DE000A2YPAM7 / WKN A2YPAM) von SeniVita Social Estate zeichnen, einem Entwickler von Seniorenpflegekonzepten. Die Kupons lägen bei 7 und 9 Prozent. (Ausgabe vom 01.11.2019) (04.11.2019/alc/a/a)





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