Anleihen: Rendite steigt wieder


08.02.21 08:45
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Größere Risikofreude an den Kapitalmärkten als Ausdruck voranschreitender Impfungen und Hoffnung auf konjunkturelle Besserung drückt die Bondkurse vieler Staaten, so die Deutsche Börse AG.

Abzulesen sei der Trend unter anderem am richtungsweisenden Euro-Bund-Future, der seit Wochenbeginn von 177,40 auf 176,41 Prozent nachgegeben habe.

Anders sehe es laut Arthur Brunner bei italienischen Papieren aus. Die Aussicht auf eine neue Regierung in Rom unter Federführung des ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi beflügele die Nachfrage nach Bonds des Landes, wie der Händler der ICF-Bank feststelle. "Die Rendite italienischer Papiere fiel von 0,65 auf 0,53 Prozent."

Dabei sei offen, ob es Draghi schaffen werde, die Regierungskrise in Italien zu beenden. Viele Marktbeobachter würden ihm scheinbar zutrauen, ein Bündnis zustande zu bringen. Zu den Optionen gehöre eine Mitte-Recht-Koalition mit Forza Italia. Zusammen mit mehreren Kleinparteien könne aber auch ein Mitte-Links-Bündnis künftig in Italien das Sagen haben.

Die Rekordnachfrage nach einem neuen, mit 1,022 Prozent verzinsten portugiesischen Bond mit Fälligkeit in 2052 bezeichne Brunner als ein Highlight der Woche. "Für die Anleihe im Volumen von 3 Milliarden Euro lagen Bestellungen von über 40 Milliarden Euro vor." Derart günstige Finanzierungsbedingungen in diesem Laufzeitband habe es für das Land noch nie gegeben.

Vom Markt gut aufgenommen worden seien die jüngsten Neuemissionen der Lufthansa, die ab kommenden Montag handelbar seien. Die größte deutsche Fluggesellschaft habe laut Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank über zwei Tranchen mit Laufzeiten bis 2025 (ISIN XS2296201424 / WKN A3H240) und 2028 (ISIN XS2296203123 / WKN A3H241) insgesamt 1,6 Milliarden Euro in Stücken von 100.000 Euro eingesammelt und zahle Anlegern dafür jährlich 2,875 bzw. 3,75 Prozent.

"Unter anderem sollen die Mittel zur vorzeitigen Rückzahlung eines KfW-Kredits in Höhe von einer Milliarde Euro eingesetzt werden", wisse Petz. Zusammen mit den im zweiten Halbjahr 2020 aufgenommenen Geldern von rund 2,6 Milliarden Euro sei der Konzern eigenen Angaben zufolge nun in der Lage, alle in diesem Jahr fälligen Verbindlichkeiten zu refinanzieren. Für Brunner sei die Lufthansa-Emission nicht zuletzt Ausdruck für derzeit sehr liquide Kreditmärkte.

Das Interesse an Lufthansa spiegele sich auch im Handel mit bestehenden Anleihen wider, registriere Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Zuspruch gebe es unter anderem für eine bis 2075 laufende Hybridanleihe (ISIN XS1271836600 / WKN A161YP) des Unternehmens mit einem jährlichen Zins von 5,125 Prozent. Nach 88 Prozent am Montag sei der Wert im Wochenverlauf auf über 89 Prozent gestiegen.

Eine im Mai dieses Jahres fällige Mahle-Anleihe mit einem Kupon von 2,5 Prozent lande nach Beobachtung von Mägerle ebenfalls tendenziell in den Depots. Aktuell notiere der Wert um 100,44 Prozent.

Unterm Strich Abgaben verbuche Mägerle für eine im August 2022 fällige Griechenland-Anleihe, für die Athen seinen Gläubigern jährlich 4,375 Prozent zahle. Gleichzeitig habe Griechenland ein neues 3,5 Milliarden Euro schweres Papier (ISIN GR0124037715 / WKN A288H9) mit einem Zinssatz von 0,75 Prozent problemlos am Markt platziert.

Mittelstandsanleihen sehe Brunner grundsätzlich gut unterstützt. Zumeist Käufe gebe es beispielsweise für eine bis Mai 2022 laufende Ferratum-Anleihe mit einer jährlichen Verzinsung von 5,177 Prozent.

Zu den Favoriten gehöre zudem eine bis Februar 2024 laufende, 50 Millionen Euro schwere Mutares-Anleihe mit variablem Zinssatz. Der Kurs tendiere aufwärts, aktuell notiere der Bond um 100 Prozent.

Eine in 2027 fällige Anleihe des Holzmindener Duft- und Geschmacksstoffkonzerns Symrise mit einem Kupon von 1,375 Prozent käme bei Brunners Kunden ebenfalls häufig zum Tragen.

Für ein im Februar 2025 fälliges Papier (ISIN NO0010894850 / WKN A3H3FM) der Global Holding, das jährlich 7,25 Prozent einbringe, sehe Brunner ebenfalls vermehrt Käufe. (Ausgabe vom 05.02.2021) (08.02.2021/alc/a/a)





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