Anleihen-Handel: Unter dem Strich kaum Veränderung


13.11.17 11:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Es war eine durchaus bewegte Woche am Anleihemarkt. "Die Kursschwankungen waren hoch", berichtet Arthur Brunner von der ICF Bank, so die Deutsche Börse AG.

Erst hätten die Kurse weiter zugelegt, am Donnerstag seien Verluste gefolgt. "Das waren, wie am Aktienmarkt, Gewinnmitnahmen."

Auf Wochensicht habe es beim Euro-Bund-Future kaum Veränderung gegeben: Am Freitagmittag habe der Indikator bei 162,78 Punkten nach 162,63 vor einer Woche gelegen. Zehnjährige Bundesanleihen hätten 0,39 Prozent abgeworfen nach 0,37 am 3. November - im Tief seien es letzte Woche 0,31 Prozent gewesen.

Klaus Stopp von der Baader Bank gehe davon aus, dass es auch in den kommenden Wochen bei der Seitwärtsbewegung auf hohem Level bleiben werde. "Bereits in sechs Wochen ist Weihnachten, und in den noch verbleibenden Handelswochen werden nur noch in Extremsituationen neue Positionen eingegangen", meine der Händler. Die FED-Sitzung am 13. Dezember sei das einzige Highlight der kommenden Wochen.

Markus Koch von der Commerzbank weise darauf hin, dass sich die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen seit nunmehr zwölf Monaten zwischen 0,2 und 0,5 Prozent bewegen würden. "Eine solch enge Spanne war über einen solch langen Zeitraum seit Gründung der Währungsunion nur selten zu beobachten, und sie könnte in den kommenden Wochen auch Bestand haben." Die Sorgen um den Bestand der Währungsunion hätten sich Koch zufolge wegen des kräftigen und breiten Aufschwungs im Euroraum deutlich verringert und dürften vorerst auch nicht wiederkehren. "Darum dürften sich Peripherietitel überdurchschnittlich entwickeln." Dies gelte insbesondere für spanische Langläufer.

Venezuela-Anleihen hätten sich zuletzt etwas erholt, nachdem sie mit der Ankündigung einer Umschuldung der Auslandsschulden vorvergangene Woche kräftig verloren hätten. Der bis 2026 laufende Bond (ISIN USP17625AE71 / WKN A1GWK1) mit Kupon von 11,75 Prozent, der von 42 bis auf 18,35 Prozent gefallen sei, werde jetzt wieder zu 25 Prozent gehandelt. Die bis 2028 laufende Anleihe (ISIN USP17625AB33 / WKN A0TU0G) mit Kupon von 9,25 Prozent habe sich nach dem Rückgang von 35 auf 18,50 Prozent auf 23 Prozent erholt.

"Positiv stimmt wohl, dass der venezolanische Ölkonzern PDVSA 1,1 Milliarden US-Dollar an Tilgungszahlungen geleistet hat", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Dass es eine Umschuldung geben wird, scheint klar, die Frage ist nur, wie viel Geld die Anleihegläubiger bekommen." Russlands Finanzministerium habe am letzten Freitag erklärt, dass Venezuelas Schulden in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar gegenüber Moskau restrukturiert würden.

Gesucht gewesen seien abermals Hybrid-Anleihen, wie Brunner berichte, etwa von Volkswagen. Ebenfalls gut angekommen seien dem Händler zufolge Papiere (ISIN XS1625975153 / WKN A2E4BN, ISIN XS1433512891 / WKN A2AAWQ) der Otto GmbH & Co KG. Eine rege Nachfrage habe er außerdem bei einer Nullkuponanleihe (ISIN XS0318345971 / WKN A0N19L) der Europäischen Investitionsbank EIB in Türkischen Lira beobachtet, die bei einem Kurs von 60,63 Prozent eine Rendite von 10,7 Prozent biete. "Da wird wohl auf die Lira-Entwicklung gesetzt, allerdings schwankt die türkische Währung stark."

Neues habe es in der vergangenen Woche von Daimler gegeben: Der Autobauer habe einen 1 Milliarde Euro schweren Bond (ISIN DE000A2GSLY0 / WKN A2GSLY) auf den Markt mit Kupon von 1 Prozent und Laufzeit bis November 2027 gebracht. Die Stückelung sei mit 1.000 Euro privatanlegerfreundlich. "Viel Interesse sehen wir aber nicht", stelle Daniel fest.

Anleihen im Wert von insgesamt 7 Milliarden US-Dollar habe unterdessen Apple platziert. Aufgeteilt sei die Emission auf sechs Tranchen mit Laufzeiten von zwei, drei, sechs, acht, zehn und 30 Jahren und Verzinsung von 1,8 Prozent (ISIN US037833DH03 / WKN A19R30), 2 Prozent (ISIN US037833DJ68 / WKN A19R31), 2,4 Prozent (ISIN US037833DE71 / WKN A19R32), 2,75 Prozent (ISIN US037833DF47 / WKN A19R33), 3 Prozent (ISIN US037833DK32 / WKN A19R34) und 3,75 Prozent (ISIN US037833DG20 / WKN A19R35). "Mit einer Stückelung von 2.000 US-Dollar sind diese auch für Privatanleger geeignet", bemerke Brunner. Geld brauche Apple eigentlich nicht: Das Unternehmen habe zuletzt über Barmittel und marktfähige Wertpapiere im Volumen von 269 Milliarden US-Dollar verfügt. Mit den Anleihen sollten die aktuellen Dividenden und Aktienrückkäufe finanziert werden.

Außerdem sei Brunner zufolge BASF mit neuen Papieren auf den Markt gekommen. Bei der einen Tranche (ISIN XS1718417717 / WKN A2GSGJ) liege der Kupon bei 1,625 Prozent bei einer Laufzeit bis 2037, bei der anderen (ISIN XS1718418103 / WKN A2GSGH) bei 0,875 Prozent bei einer Laufzeit bis 2027. Dazu komme ein Floater (ISIN XS1718416586 / WKN A2GSGK). (Ausgabe vom 10.11.2017) (13.11.2017/alc/a/a)






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