Anleihen-Handel: Neues Jahr, alte Probleme


07.01.19 09:53
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die anhaltenden Unsicherheiten bestimmen weiter den Markt, so die Deutsche Börse AG.

"Raus aus dem Risiko lautet das Motto", kommentiere Arthur Brunner von der ICF Bank. Sicheres bleibe gefragt, vor allem Bundesanleihen und US-Staatsanleihen. Die Rendite für zehnjährige Bonds sei am letzten Donnerstag auf nur noch 0,15 Prozent gefallen - ein Zweieinhalbjahrestief. In der Spitze im Oktober 2018 seien es 0,57 Prozent gewesen. US-Treasuries gleicher Laufzeit würden nur noch 2,59 Prozent ab nach über 3 Prozent im Herbst werfen.

Schlechte Zahlen aus den USA würden aktuell wieder die Sorgen vor einem weltweiten Konjunktureinbruch schüren: Der Einkaufsmanagerindex ISM für die US-Industrie habe im Dezember den stärksten monatlichen Rückgang seit 2008 verzeichnet und sei auf den niedrigsten Stand seit November 2016 gefallen.

Aus Italien habe es erneut schlechte Nachrichten gegeben: Die Banca Carige sei vonseiten der EZB unter Zwangsverwaltung gestellt worden. Italienische Staatanleihen hätten zunächst relativ gelassen reagiert, später aber dann doch spürbar, wie Ralf Umlauf von der Helaba erkläre. Die Risikoaufschläge gegenüber Bundesanleihen seien gestiegen.

Auch im Bereich der Unternehmensanleihen gelte weiter der Risk-off-Modus. "Hybridanleihen sind unter Druck, über alle Emittenten hinweg", bemerke Brunner und nenne als Beispiele Papiere von VW und Vodafone. Auch Hochzinsanleihen wie die von Douglas (ISIN XS1251078009 / WKN A161MW) mit Kupon von 6,25 Prozent würden verkauft, ebenso Bonds (ISIN XS1608040090 / WKN A2E4E2) von Senvion Holding mit Kupon von 3,875 Prozent, beide mit Laufzeit bis 2022.

Gute Umsätze melde der Händler für die Anleihe (ISIN SE0011337054 / WKN A2NBK3) von Hertha BSC. Verluste hätten Fresenius-Bonds verzeichnet. "Fresenius SE hat neue Anleihen mit Laufzeit von sechs und zehn Jahren angekündigt, darunter leiden die alten."

Neues sei auch vom französischen Autobauer Renault gekommen, wie Rainer Petz von Oddo Seydler berichte. Die zum Konzern gehörende RCI Banque habe eine bis 2024 laufende Anleihe (ISIN FR0013393774 / WKN A2RV6V) im Volumen von 750 Millionen Euro mit Kupon von 2 Prozent emittiert. Die Stückelung liege bei 1.000 Euro.

Wie die Société Générale melde, sei das Emissionsvolumen von Unternehmensanleihen 2018 übrigens erstmals seit 2011 wieder geschrumpft. Die Bank sehe dafür zwei wesentliche Gründe: Die US-Steuerreform sowie die erhöhte Volatilität an den Märkten. Durch die US-Steuerreform sei es für US-Unternehmen attraktiver, Kapital aus Übersee in die USA zu transferieren und Schulden zu tilgen, heiße es. Für 2018 erwarte die Société Générale bei Euro-Corporate Bonds ein Emissionsvolumen von 260 Milliarden Euro (Stand der Erhebung Mitte November 2018) nach 300 Milliarden Euro 2017 und 283 Milliarden Euro 2016. Größter Anleiheemittent sei Sanofi gewesen. Der Konzern habe im März 2018 ein Volumen von 8 Milliarden Euro zur Refinanzierung der Übernahmen von Bioverativ und Ablynx platziert. (Ausgabe vom 04.01.2019) (07.01.2019/alc/a/a)





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XS1251078009 A161MW 99,97 € 72,21 €
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