Anleihen-Handel: Luftfahrt- und Touristikanleihen als Gewinner


16.11.20 12:45
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Nachricht, dass BioNTech und Pfizer schon bald einen erfolgsversprechenden Corona-Impfstoff auf den Markt bringen werden, hat auch für gute Laune im Anleihehandel gesorgt, so die Deutsche Börse AG.

"Mit der Nachricht ist die Zuversicht überall gestiegen", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. "Die Stimmung ist durchweg ein bisschen besser", bemerke auch Rainer Petz von Oddo Seydler.

Anleger seien wieder mehr ins Risiko gegangen. "Die Berichte über spürbare Fortschritte bei der Suche nach einem Impfstoff haben bei Staatsanleihen einen kräftigen Kursrutsch ausgelöst", stelle Anleiheanalyst Cem Keltek von der Commerzbank fest.

Im Gegenzug habe die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen in der Spitze um 15 Basispunkte auf minus 0,48 Prozent zugelegt. Dem sei eine kleine Gegenbewegung gefolgt: Am Freitagmittag habe die Rendite wieder bei minus 0,55 Prozent gelegen.

Im Bereich der Unternehmensanleihen seien Papiere aus den Bereichen Luftfahrt und Touristik Profiteure gewesen, etwa von der Deutschen Lufthansa, wie Daniel erkläre. Der bis 2075 laufende Bond (ISIN XS1271836600 / WKN A161YP) mit Kupon von 5,125 Prozent habe sich deutlich von knapp 75 Euro vor einer Woche auf über 86 Euro verteuert, aktuell liege der Kurs bei 85,50 Euro (13.11.2020). Im Februar sei das Papier allerdings noch bei über 103 Prozent gehandelt worden.

Verkauft würden hingegen Sixt-Anleihen, wie Daniel feststelle. "Sixt hat im dritten Quartal zwar wieder schwarze Zahlen geschrieben, für die ersten neun Monate ergibt sich aber immer noch ein Verlust." Anleger würden sich außerdem von Anleihen des Autozulieferers HELLA trennen, gesucht seien hingegen Papiere (ISIN XS1213831362 / WKN A14KJP) des Pharmaunternehmens STADA.

Bislang hätten sich Scale-Anleihen in der Corona-Krise ganz gut geschlagen: Im Frühjahr habe es zwar Kursverluste gegeben, die Anleihen kleiner und mittelgroßer Unternehmen hätten sich dann aber wieder schnell stabilisiert. Zu Ausfällen sei es nicht gekommen. Auch der November-Lockdown habe die Kurse gedrückt, eine größere Verkaufswelle sei aber ausgeblieben. Nun seien aber schlechte Nachrichten gekommen: Mit der Joh. Friedrich Behrens AG habe es den ersten Ausfall in diesem Jahr gegeben.

Kurz vor Fälligkeit der Anleihe 2015/2020 (ISIN DE000A3H2SM7 / WKN A3H2SM) am 11. November, als am Mittwoch letzter Woche, habe der Hersteller von Druckluftnaglern Insolvenz angemeldet. Finanzierungsverhandlungen mit dem Debt-Fonds Patrimonium seien gescheitert, weitere Gelder hätten aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes und von Förderinstituten des Landes Schleswig-Holstein kommen sollen.

"Das kam schon ziemlich überraschend", stelle Petz fest. Das Unternehmen wolle sich nun über eine Insolvenz in Eigenverwaltung sanieren. Die Anleihe 2015/2020 werde nicht mehr gehandelt. Noch im Handel befinde sich das bis 2024 laufende Papier mit Kupon von 6,25 Prozent. Allerdings sei der Kurs von rund 80 auf nur noch 10 Prozent gefallen.

Seit Montag könne der ForestFinance Green Bond (ISIN DE000A3E46B7 / WKN A3E46B) über die Börse Frankfurt gezeichnet werden. Die grüne Anleihe biete 5,1 Prozent und laufe bis Ende November 2020. Mindestanlagesumme seien 1.000 Euro. Mit der Anleihe würden Anleger in sieben nachhaltige Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Wald- und Landwirtschaft, Agroforstsystemen und Ernährungswirtschaft investieren, wie der Anbieter werbe. (Ausgabe vom 13.11.2020) (16.11.2020/alc/a/a)






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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
90,73 € 90,60 € 0,13 € +0,14% 01.12./12:41
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XS1271836600 A161YP 105,79 € 55,00 €
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