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Anleihen-Ausblick 2021: Anhaltend niedrige Renditeniveaus am wahrscheinlichsten


07.01.21 10:45
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - Chris Iggo, CIO AXA Investment Managers Core Investments, sieht für festverzinsliche Wertpapiere weiterhin wenig Spielraum und hält anhaltend niedrige Renditeniveaus für am wahrscheinlichsten.

Er analysiere, wo im Jahr 2021 Potential und Diversifizierung mit Anleihen noch zu finden seien.

Anleihestrategien würden sich aktuell durch niedrige Renditen und Kreditspreads auf Vorkrisenniveau auszeichnen. Höhere Anleiherenditen seien jedoch auch 2021 unwahrscheinlich. Anleger sollten hinterfragen, ob höhere langfristige Realrenditen ohne Inflation ein tragbares Szenario für die Zentralbanken seien. Selbst in einem positiveren wirtschaftlichen Umfeld würden die Märkte beginnen, ein "Tapering" der geldpolitischen Unterstützung einzupreisen. In einem solchen Szenario könnten die Renditen negativ ausfallen. Dies würde sich auf die Anleihen- und Aktienrenditen auswirken - vergleichbar mit 2018. Anleiheinvestoren sollten daher neben der Geldpolitik insbesondere die Wachstums- und Inflationserwartung im Blick behalten.

Im Jahr 2021 sei ein Anlageumfeld vergleichbar mit der letzten Finanzkrise realistisch. Damals hätten kreditintensive Anlageformen vergleichsweise gut abgeschnitten. Schwellenländeranleihen, Hochzinsanleihen und Kredite könnten für Anleger, die auf der Suche nach Rendite seien, auch 2021 attraktiv sein. Hochzinsanleihen und Darlehen würden einen höheren Schutz gegen eine Verschiebung der risikofreien Zinssätze nach oben bieten und die Sorgen um die Kreditwürdigkeit sollten sich bei einer Erholung verringern.

Zudem stelle sich die Frage, ob festverzinsliche Wertpapiere weiterhin ihre Funktion als Absicherung gegen risikoreiche Anlagen bieten könnten. Dies sei in der Vergangenheit eine nützliche Eigenschaft von festverzinslichen Anlagen gewesen. Traditionell könnten Schwankungen in einem Portfolio diversifiziert werden. Risikoreichere Vermögenswerte, Aktien etwa, könnten mit risikoärmeren Vermögenswerten wie Staatsanleihen kombiniert werden. Die Zinssätze befänden sich aktuell an der unteren Bandbreite und würden lediglich über begrenzten Spielraum verfügen. Damit werde die Kombination von Anlageklassen, die sich in wandelnden Marktphasen unterschiedlich entwickeln würden, erschwert. Die Entwicklung von US-Aktien im Vergleich zu Staatsanleihen sowie zwischen US-Unternehmensanleihen im Vergleich zu Staatsanleihen würden dies seit dem Coronavirus-Schock im März ganz deutlich zeigen. In einem solchen Umfeld könnten vermeintlich sichere Währungen wie der Schweizer Franken und der Japanische Yen die bessere Absicherungsoption sein, um das Abwärtsrisiko des Portfolios zu steuern. (07.01.2021/alc/a/a)