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Anleihemarkt: Wechselnde Meldungslage führt bislang zu keiner "risk-off"-Reaktion


18.05.18 08:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Der Markt ist in diesen Tagen reichlich mit politischen Newsflow versorgt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die Themen würden von Handelskonflikten, Iran Abkommen, Nord-Korea bis hin zur Regierungsbildung in Italien reichen. Heute wolle die EU ein Abwehrgesetz reaktivieren, dass US-Sanktionen gegen EU-Unternehmen aushebeln solle, die Handel mit dem Iran betreiben würden.

Am Anleihemarkt führe die wechselnde Meldungslage bislang zu keiner "risk-off" Reaktion. Lediglich für Italien sei ein merklicher Anstieg der Risikoprämie zu beobachten. Ansteckung auf andere Länder finde kaum statt. ÖNB-Gouverneur Nowotny habe gestern einmal mehr die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Seiner Meinung nach sollte die EZB nicht zu lange mit einer Normalisierung der Geldpolitik warten. Interessant sei die Betonung gewesen, dass einige Ratsmitglieder seine Meinung teilen würden.

Am Primärmarkt habe gestern Frankreich Anleihen mit Fälligkeit 2021 und 2023 bei einem Nachfrage- zu Angebotsverhältnis von 1,97 und 2,42 zu einer durchschnittlichen Rendite von -0,30% und 0,1% auktioniert. Das Gesamtvolumen habe rund EUR 7,5 Mrd. betragen. Weiters sei ein Volumen von knapp EUR 1,75 Mrd. per inflationsindexierten Anleihen mit Laufzeit 2022, 2027 und 2047 aufgenommen worden. Die Emissionsrendite habe -1,63%, -0,83% und 0,11% betragen, die bid-cover Ratio habe zwischen 1,9 und 2,5 gelegen. Spanien habe Anleihen mit Laufzeit 2023, 2026 und 2028 zu einer durchschnittlichen Rendite von 0,44%, 1,07% und 1,37% begeben. Die Emissionen hätten eine Gesamtvolumen von EUR 4,4 Mrd. und seien 1,8- bis 2,2-fach überzeichnet gewesen. (18.05.2018/alc/a/a)