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Anleihemarkt in Bewegung - US-, Bund- und Euro-Peripherie-Renditen mit starken Zuwächsen


15.09.17 09:10
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - In den Zinsmarkt ist Belebung zurückgekehrt, berichten die Analysten der HSH Nordbank AG.

Die Renditen für Staatsanleihen hätten in der abgelaufenen Berichtswoche vielerorts Zugewinne erzielen können. Bund- und US-Renditen hätten auf Wochensicht 9 bzw. 13 Basispunkte zugelegt und lägen nun bei 0,39% bzw. 2,18%. Auch in der Euro-Peripherie würden die Renditen anziehen. Eine Mischung aus geopolitischer Entspannung, unveränderten konjunkturellem Optimismus und länderspezifischen Entwicklungen habe den Renditen auf die Sprünge geholfen.

Die zehnjährigen europäischen Staatsanleihen hätten eine turbulente Woche hinter sich. Nicht nur die Bund-Renditen hätten kräftig angezogen. Auch spanische (+10 Bp auf 1,58%), portugiesische (+8 Bp auf 2,82%) und französische Staatsanleihen (+9 Bp auf 0,69%) würden höher als zur Vorwoche rentieren. Händler würden dabei teilweise länderspezifische Risiken verstärkt ins Visier nehmen. Die Ungewissheit über den Ausgang des Unabhängigkeits-Referendums in Katalonien (01.10.) und dessen Rechtmäßigkeit würden die Nervosität in den spanischen Anleihemarkt zurückkehren lassen. Die Vorstellung des Arbeitsmarktprogramms der französischen Regierung sei von massiven Protesten begleitet worden.

Die Peripherie-Spreads seien zwar relativ konstant geblieben, könnten jedoch bei einer Verschärfung der Lage in den Ländern in Bewegung kommen. Neue Nahrung gebe es in der kommenden Woche auf der Seite der Inflation. Der CPI für die Eurozone gebe kommenden Montag (18.09.) Aufschluss über die Preisentwicklung der Eurozone. Ein stärker als erwarteter Preisauftrieb sollte die Renditen für Bunds anziehen lassen.

Die langfristigen US-Renditen seien aus ihrem Rückwärtsmodus gekommen. Die ausbleibenden Gesetzesvorhaben der regierenden Republikaner, zwei Hurrikans im Golf von Mexiko sowie die Spannungen zwischen den USA und Nordkorea hätten internationale Investoren zuletzt bei zehnjährigen US-Treasuries verstärkt zugreifen lassen. Der jüngste Renditeanstieg in den Treasuries drücke insoweit eine witterungsbedingte und geopolitische Normalisierung aus, hätten die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Nordkorea doch zuletzt keine neue Schärfe erhalten. Zusätzlich habe sich durch den jüngsten Hurrikan die Problematik der US-Schuldenobergrenze vorerst gelöst: Denn im Zusammenhang mit der Verabschiedung der Soforthilfe zum Wiederaufbau in den von den Hurrikans betroffenen Bundesstaaten habe der US-Kongress auch eine dreimonatige Zwischenfinanzierung bis Dezember verabschiedet. Dies habe den US-Renditen aus der Talsohle geholfen. Perspektivisch könnten beide Hurrikans auch die Verabschiedung des Trump-Infrastrukturpakets beschleunigen und den US-Renditen zusätzlichen Auftrieb geben.

Vor der FED-Sitzung kommende Woche (19./20. September) werde die heutige Veröffentlichung des US-CPI für den August wichtige Anhaltspunkte zur Inflationsentwicklung bereithalten. Yellen, Fisher & Co. würden nächste Woche nicht an der Zinsschraube drehen, jedoch genauere Details zur Reduktion der FED-Bilanz verlautbaren. Den nächsten Zinsschritt prognostizieren die Analysten der HSH Nordbank AG für den Dezember. (Ausgabe vom 14.09.2017) (15.09.2017/alc/a/a)