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Die Angst vor der Inflation schlägt wieder zu


17.11.21 09:15
Generali Investments

Köln (www.anleihencheck.de) - Genau zu dem Zeitpunkt, da die Federal Reserve (FED) die Sorge um einen verfrühten Zinsanstieg dämpft, überraschen uns die hohen Inflationswerte für Oktober, so die Experten von Generali Investments.

Die FED halte an ihrem Mantra fest: Man müsse sich auf die unvollständige Erholung des Arbeitsmarktes konzentrieren. Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments sehe das kritisch.

Die FED sehe den Inflationsanstieg als vorübergehend an: Man erwarte keine langfristigen Folgen - unabhängig von seiner Dauer. Die Inflation im Oktober sei jedoch höher als erwartet gewesen. Das liege nicht nur an den Preisen für Waren, die unter Angebotsengpässen leiden würden. Denn auch die Dienstleistungsinflation nehme zu. Darüber hinaus würden wichtige kostentreibende Faktoren wie Löhne und Immobilienpreise steigen, mit einem Anteil von 40 Prozent am Kernverbraucherpreisindex ein wesentlicher Treiber der Inflation bei Wohnimmobilien.

Die FED bewege sich auf einem schmalen Grat zwischen zwei möglichen politischen Fehlentscheidungen: Entweder sie erhöhe die Zinsen zu früh und hemme damit das Wirtschaftswachstum oder sie warte zu lange und die höheren Preise würden den Verbrauch drosseln. Tatsächlich würden Umfragen bereits zeigen, dass die höheren Preise zunehmend die Verbraucherstimmung drücken würden. Die Märkte würden diese Schwierigkeiten berücksichtigen, und die Volatilität der Anleihekurse sei nach wie vor weitaus höher als die der Aktienkurse. Mögliche weitere Schwankungen der Inflation würden nicht hilfreich sein.

Die Experten seien überzeugt, dass die Zinsbewegung durch die Märkte zu aggressiv geschätzt werde und würden die erste Zinserhöhung im Dezember 2022 erwarten (auch um eine Beeinträchtigung der Zwischenwahlen im November zu vermeiden). Die Risiken einer früheren Zinsanhebung seien eindeutig gestiegen, insbesondere wenn die hohe Inflation bestehen bleibe, sobald Lieferengpässe nachlassen würden, frühestens jedoch im Frühjahr 2022. (Ausgabe vom 16.11.2021) (17.11.2021/alc/a/a)