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Amundi: Green-Bond-Volumen markiert neuen Rekord


19.05.20 10:30
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Amundi und die Internationale Finanz-Corporation (IFC), ein Mitglied der Weltbankgruppe, haben ihren jährlichen "Emerging Market (EM) Green Bond Report" veröffentlicht, so die Experten von "FONDS professionell".

"Unsere Untersuchungen zeigen, dass Anleihemärkte dazu beitragen können, Finanzierungslücken zu schließen und Kapital für eine nachhaltige Entwicklung in Schwellenländern zu mobilisieren", erkläre Yerlan Syzdykov, Global Head of Emerging Markets bei Amundi.

Der globale Markt für Green Bonds gewinne rasch an Dynamik - die Marke von 700 Milliarden US-Dollar an ausstehenden Emissionen sei bereits überschritten worden. Der weltweite Anlegerappetit auf grüne Anleihen nehme ebenfalls zu, und auch Emittenten aus Schwellenländern dürften von der steigenden Nachfrage profitieren.

Der globale Markt für Green Bonds habe sich laut den Studienautoren im vergangenen Jahr selbst übertroffen. Mit 240 Milliarden US-Dollar habe das Emissionsvolumen drei Prozent aller im Jahr 2019 weltweit emittierten Anleihen betragen. Die Emission von grünen Schwellenländeranleihen sei um 21 Prozent auf 52 Milliarden US-Dollar gestiegen. Damit sei der gesamte Markt auf 168 Milliarden US-Dollar gewachsen. Treiber dieser Entwicklung sei laut den Studienautoren die steigende Erkenntnis der Vorteile grüner Anlagen, wie unter anderem stabile und vorhersehbare Renditen, bei Emittenten und Anlegern. Außerdem steige das Bewusstsein für die Bedeutung von ESG-Produkten und Strategien.

Die Region Ostasien-Pazifik habe 81 Prozent der grünen Schwellenländeranleihen begeben. Dabei sei das Emissionsvolumen chinesischer Papiere, wie schon im Vorjahr, am kräftigsten gewachsen. Insgesamt hätten die Schwellenländer ihre Emissionen im Jahr 2019 auf 18 Milliarden US-Dollar gesteigert, das seien fast dreimal so viel wie 2018. Dabei würden die Studienautoren bei den Emittenten eine große geografische Diversifizierung sehen: Neben China seien darunter Länder wie Indien, Chile, Polen, die Philippinen, die Vereinigten Arabischen Emirate und Brasilien.

Im Jahr 2019 habe der Umfang einzelner Green-Bond-Emissionen aus Schwellenländern zwischen 1,5 Millionen und 2,9 Milliarden US-Dollar gelegen. Dabei sei die Zahl der Benchmark-Anleihen in Höhe von mindestens 300 Millionen US-Dollar auf 60 gestiegen - das seien 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 52 Prozent davon seien in Hartwährung begeben worden. China ausgenommen, würden Emissionen in Landeswährung neun Prozent aller grünen Schwellenländeranleihen ausmachen. Die Gelder würden dabei zum größten Teil in Projekte für erneuerbare Energien fließen, gefolgt von Verkehr, ökologischen Immobilien, Abfall, Wasser und Erhaltung der Artenvielfalt.

Dennoch: Amundi und die IFC würden feststellen, dass fünf zentrale Herausforderungen angegangen werden müssten, um die Expansion des Marktes weiter zu erleichtern:

1. Qualität und Zugang zu Informationen, um grüne Investments zu identifizieren, zu messen und nachzuverfolgen.

2. Lieferengpässe, einschließlich der eingeschränkten Verfügbarkeit von als grün ausgewiesenen Anlagen sowie einer Pipeline grüner Projekte.

3. Fehlendes Bewusstsein und Wissen zur Auflage von Green Bonds und zu dem Investment in diese Produkte.

4. Allgemeine wirtschaftliche und politische Instabilität sowie Herausforderungen, die durch regulatorische Rahmenbedingungen entstünden. Dazu würden vereinheitlichte Standards, Definitionen und Taxonomien für grüne Geldanlagen gehören.

5. Gering entwickelte Kapitalmärkte mit unzureichender Liquidität und hohen Transaktionskosten.

"In den zurückliegenden zehn Jahren hat sich Green Finance immer stärker von einem Nischenmarkt zum Mainstream entwickelt. Das nächste Jahrzehnt ist entscheidend für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und die Aktivierung von Investitionen für eine nachhaltige Entwicklung", erkläre Jean Pierre Lacombe, Director of Global Macro & Market Research bei IFC. "Da die Länder angesichts der Covid-19-Pandemie vor vielen Herausforderungen stehen, bietet das grüne Finanzwesen innovative Lösungen für den Aufbau robuster Volkswirtschaften. Dieser Bericht zeigt, wo grüne Anleihemärkte ausgebaut werden können und welche Schritte dafür noch erforderlich sind." (Ausgabe vom 18.05.2020) (19.05.2020/alc/a/a)