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Allgemeines Anziehen des Inflationsdrucks noch nicht zu erkennen


05.07.21 08:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - In der abgelaufenen Woche galt in der Eurozone den Schnellschätzungen der Inflation für den Monat Juni das Hauptinteresse, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Immerhin lägen Unternehmensumfragen zu Lieferzeiten und Inputpreisen seit Monaten auf historischen Extremwerten und würden im Verbund mit dem starken Anstieg bei den Produzentenpreisen für viel Diskussion sorgen. Mit einer Gesamtrate von 1,9% p.a. und der Teuerung ex Energie und Nahrungsmittel (Kernrate) von 0,9% p.a. habe die Preisentwicklung bis Juni aber im historischen Muster der letzten Dekade (Kernrate bei knapp 1% p.a.) verharrt. Ein allgemeines Anziehen des Inflationsdrucks sei noch nicht zu erkennen.

Die Inflationsrate sei vor allem durch den großen Swing bei den Energiepreisen (im Juni 12,5% p.a.) bestimmt, der sich aus dem Preisverfall und anschließenden Rebound des Ölpreises seit März 2020 ergebe. Flächendeckende erhöhte Preissteigerungen quer über alle Produktgruppen bzw. bei Dienstleistungen im Zuge einer Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit seien dagegen noch nicht erkennbar. Ein Post-Corona Restriktionen-Preisschub wie in den USA sei vorerst also ausgeblieben. Im weiteren Verlauf würden technische Effekte stark in den Vordergrund rücken (Abweichungen bei Saisonmustern, Preisvergleich mit unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen) und im August die Inflationsrate sprunghaft ansteigen lassen. (Ausgabe vom 02.07.2021) (05.07.2021/alc/a/a)