Aktienanleihen auf Bayer: Medikament Xarelto mit neuem Studienerfolg - Anleiheanalyse


04.09.17 14:00
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie von Bayer eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Den Gerinnungshemmer Xarelto habe Bayer zusammen mit Janssen Research, einer Tochter des US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson, entwickelt. Xarelto sei, am Umsatz bemessen, das wichtigste Medikament für Bayer - fast EUR 3 Milliarden Umsatz habe es weltweit im vergangenen Jahr generiert.

Das deutsche Unternehmen habe durch eine großangelegte klinische Studie nachweisen können, dass das Mittel das Risiko von Schlaganfällen und Infarkten bei chronisch herz- und gefäßkranken Patienten deutlich senken könne. Eine Dosierung von 2,4 mg zweimal täglich in Kombination mit Aspirin 100 mg einmal täglich habe das Risiko für Schlaganfälle um bislang unerreichte 42% und das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle im Vergleich zu Asperin alleine um 22% gesenkt. Auch das Risiko für Herzinfarkte sei um 14% vermindert gewesen, jedoch habe diese Reduktion keine statistische Signifikanz erreicht.

Die Blutungsraten seien dabei insgesamt niedrig gewesen, wenngleich schwere Blutungskomplikationen häufiger aufgetreten seien. Tödliche Blutungen oder intrakranielle Blutungen seien nicht signifikant häufiger gewesen. Als Endergebnis habe ein um 20% verbessertes klinisches Nettonutzen, bei dem die niedrigere Zahl von Schlaganfällen, kardiovaskulären Todesfällen und Herzinfarkten gegen schwerwiegende Blutungen abgewogen werde, festgestellt werden können.

In den USA stehe Bayer jedoch im Rechtsstreit mit tausenden Patienten, die dem Medikament die Schädigung der Gesundheit vorwerfen würden. Bayer habe die Anschuldigungen stets zurückgewiesen und ein erstes Urteil sei zugunsten des DAX-Konzerns und seinem Partner Janssen ausgefallen. Die zukünftige Entwicklung bleibe abzuwarten.

Dem geplanten Zusammenschluss von Bayer und Monsanto im Wert von USD 66 Milliarden stünden nach wie vor einige Hürden bevor: Die Kartellbehörden in den USA würden untersuchen - die EU-Kommission habe Vorbehalte und wolle die Fusion genauer prüfen. Man sei besorgt, dass der Zusammenschluss der beiden Agrarkonzerne den Wettbewerb in einigen Geschäftszweigen schwächen könnte, habe die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager mitgeteilt. "Saatgut und Pestizide sind für Landwirte und letztlich für die Verbraucher von entscheidender Bedeutung. Wir müssen auf diesen Märkten einen wirksamen Wettbewerb sicherstellen", habe Vestager gesagt.

Aufgrund der Größe und des Umfangs der geplanten Übernahem von Monsanto habe Bayer eine nähere Untersuchung erwartet. Der deutsche DAX-Konzern sei von den Vorteilen des geplanten Zusammenschlusses für die Landwirte und Kunden überzeugt und werde die EU-Kommission bei der Untersuchung wie bisher eng und konstruktiv unterstützen. Ziel sei die Genehmigung für die Transaktion bis Ende 2017 zu erhalten.

Bayer habe am 31. August bekannt gegeben, dass man für BAY94-9027 die Zulassung bei den US-Gesundheitsbehörden beantragt habe. In einer Studie habe das Medikament einen guten Schutz vor Blutungen bei prophylaktischer Gabe gezeigt. Es sei außerdem wirksam bei der Behandlung von Blutungen und Kontrolle von Blutungen bei Operationen gewesen. Die überwiegende Mehrheit von Blutungen habe mit ein oder zwei Injektionen erfolgreich behandelt werden können. "Die Einreichung von BAY94-9027 bringt uns einen Schritt näher an unser Ziel, eine Therapie anzubieten, die Menschen mit Hämophilie A mit einem aktiven Lebensstil zusätzliche Vorteile bietet", habe Dr. Jörg Möller, Leiter der Entwicklung, gesagt.

Die so genannte Bluterkrankheit betreffe fast 400.000 Menschen weltweit und es handle sich dabei fast immer um eine vererbte Störung der Blutgerinnung, bei der eines der Proteine fehle oder fehlerhaft gebildet werde, das für die Bildung von Blutgerinnseln verantwortlich sei.

Die Bayer-Aktie habe sich von den Bekanntmachungen weitestgehend unbeeindruckt gezeigt. Derzeit notiere das Wertpapier mit einem KGV von 20,56 um EUR 108,45 (Stand: 01.09.17) und weise eine Marktkapitalisierung von EUR 89,64 Milliarden auf. Seit Jahresbeginn sei die Aktie um 9,35% (YTD) gestiegen. 18 Bloomberg-Analysten würden Bayer auf "buy" und 13 auf "hold" setzen. Keiner der Analysten empfehle die Aktie zu verkaufen. Sie würden das durchschnittliche Kursziel mit EUR 120,55 rund 11,16% über den jetzigen Preis setzen.

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können, so die Bank Vontobel Europe AG.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel eine Aktienanleihe auf die Aktie von Bayer. Der Kupon p.a. belaufe sich auf 6,00%. Der Basispreis betrage EUR 105,00. Die max. Rendite liege bei 6,58%. Der aktuelle Briefkurs betrage 99,00%. (Stand vom 01.09.2017)

Interessant sei zudem eine Aktienanleihe (ISIN DE000VL23754 / WKN VL2375) auf die Aktie von Bayer. Der Kupon p.a. belaufe sich auf 7,50%. Der Basispreis betrage EUR 110,00. Die max. Rendite liege bei 9,44%. Der aktuelle Briefkurs betrage 98,48%. (Stand vom 01.09.2017)

Potenzielle Anleger sollten beachten, dass es sich bei sämtlichen Renditeangaben um Bruttoangaben handele. Sofern beim Anleger Erwerbskosten (z.B. Ausgabeaufschläge, Transaktionskosten wie Ordergebühren) oder laufende Kosten (z.B. Depot- und andere Verwahrungsgebühren) anfallen würden, würden diese die Bruttorendite reduzieren. Wie stark diese Erwerbs- und laufende Kosten ins Gewicht fallen würden, hänge unter anderem von der Höhe des Anlagebetrags, der Haltedauer und der Höhe der Rendite ab.

Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses des o.g. Unternehmens von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig sei, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Der Aktienkurs könne sich immer auch anders entwickeln, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. Zudem seien vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Anleger seien dem Risiko der Insolvenz, das heiße einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 01.09.2017) (04.09.2017/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000VL23747 VL2374 101,51 € 97,37 €
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