Aktienanleihe Protect auf SAP: Gründlich analysiert, ist halb gewonnen - Anleiheanalyse


02.07.18 09:15
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Team stellt eine Aktienanleihe Protect auf die SAP-Aktie vor.

Die Digitalisierung sei ein großer Zukunftstrend, der schon heute in viele Bereiche unseres Lebens Einzug halte, nicht zuletzt beim Fußball. So könne etwa die deutsche Elf bei der Vorbereitung auf ihre Spiele auf modernste Analysesoftware aus Walldorf zurückgreifen. SAP, offizieller Premium-Partner des DFB, unterstütze die deutsche Nationalmannschaft dabei, Massendaten (Big Data) für Spiel- und Trainingsanalysen zu verarbeiten, zu visualisieren und zu nutzen. So könnten sich Trainer und Spieler mit der Anwendung "SAP Challenger Insights" via Video die Scouting-Berichte über die gegnerischen Teams ansehen, deren Spielzüge analysieren und die eigene Taktik darauf abstimmen.

Torhüter und Trainer könnten über die App "Penalty Insights" für die Cloud-Lösung SAP Sports One das Schussverhalten der Spieler beim Elfmeter studieren. Mit seinen Softwarelösungen sei SAP ein wichtiger Partner bei der Vor- und Nachbereitung von Spielen und Turnieren. Die richtigen Schlüsse aus den Daten zu ziehen, diese bei der Mannschaftsaufstellung und auf dem Rasen umzusetzen, obliege natürlich weiter dem Bundestrainer und seinen Mannen.

Das Erfassen und Analysieren relevanter Daten sei jedoch nicht nur im Sport gefragt. Und so setze SAP als Weltmarktführer bei Geschäfts- und Analyseanwendungen zur Unternehmensplanung konsequent auf die Mega-Trends "Cloud" und "Big Data". Das Geschäft mit Cloud-basierten Software-Anwendungen nehme dabei einen immer größeren Stellenwert ein. Im ersten Quartal 2018 habe sich das Cloud-Geschäft einmal mehr als Umsatztreiber erwiesen, die Umsätze seien hier um 18% (währungsbereinigt +31%) gestiegen und hätten erstmals die Marke von einer Milliarde Euro geknackt. Dagegen habe sich das klassische Geschäft mit Softwarelizenzen schwächer entwickelt, hier sei es zu einem Umsatzrückgang um 10% (währungsbereinigt -2%) gekommen.

Insgesamt habe der Konzernumsatz mit 5,26 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau (währungsbereinigt +9%) gelegen, das Betriebsergebnis habe um 3% (währungsbereinigt +14%) auf rund 1,24 Mrd. Euro zugelegt. Die operative Marge habe SAP in den ersten drei Monaten 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 22,7% auf 23,5% gesteigert.

Nach dem guten Jahresauftakt habe der Vorstand die Prognosen für das Gesamtjahr 2018 leicht angehoben und rechne nun mit Umsatzerlösen zwischen 24,8 und 25,3 Mrd. Euro (zuvor: 24,6 bis 25,1 Mrd. Euro). Das Betriebsergebnis werde jetzt in einer Spanne zwischen 7,35 und 7,5 Mrd. Euro erwartet (zuvor 7,30 bis 7,5 Mrd. Euro). Darüber hinaus sei der Vorstand sehr zuversichtlich, bei der Profitabilität große Fortschritte zu erzielen und sehe Chancen, die operative Marge ab 2019 auf über 30% zu steigern. Zugleich solle der Anteil besser planbarer Umsätze am Gesamtumsatz bis 2020 auf 70% bis 75% steigen (2017: 63%).

Die Analysten würden SAP nach dem ersten Quartal 2018 und trotz starken Gegenwinds durch Währungseinflüsse auf Wachstumskurs sehen. Die Talsohle bei der Margenentwicklung sei durchschritten. Die Steigerungsraten im Cloud-Geschäft und bei der In-Memory-Datenbank HANA seien in den ersten drei Monaten auf hohem Niveau geblieben. Zusätzliches Potenzial biete der Markt für Kundenmanagement-Software (CRM). Hier wolle SAP das Geschäft in den kommenden zwei Jahren verdoppeln. Die Bündelung verschiedener Software-Lösungen zu einem Paket solle helfen, im CRM-Bereich Marktanteile hinzuzugewinnen. Experten vom Marktforschungsunternehmen Gartner würden für den CRM-Markt bis 2021 ein sehr dynamisches Wachstum prognostizieren.

Mögliche Risiken für die Geschäftsentwicklung könnten nach Einschätzung der Analysten von einer Verschärfung im Zollstreit der USA mit Europa ausgehen. Immerhin seien 2017 40% des Konzernumsatzes von SAP auf die Region Amerika entfallen, wobei der auf die USA entfallende Anteil an den Umsätzen bei 80% gelegen habe. Der SAP-Vorstand habe mit Blick auf die Handelsspannungen erklärt, dass man diese aufmerksam verfolge. Zugleich sehe sich SAP in den USA aktuell mit einer Klage des US-Datenverarbeiters Teradata konfrontiert. Das Unternehmen werfe SAP vor, seine Datenbank- und Analysesoftware HANA unter Nutzung von widerrechtlich erlangtem Wissen aufgebaut zu haben. SAP prüfe die Vorwürfe und wolle dazu in Kürze Stellung nehmen.

Als alternative Anlagemöglichkeit zu einer Direktanlage in die Aktie stünden verschiedene Aktienanleihen mit der Aktie der SAP SE als Basiswert zur Verfügung. Ein Beispiel sei eine Aktienanleihe Protect mit Fälligkeit am 26.06.2019 (Rückzahlungstermin), einer Barriere von 80,00 Euro, einem Basispreis von 111,111 Euro und einer Zinszahlung von 6,75% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 26.06.2019, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der SAP SE. Anleger würden während der Laufzeit der Aktienanleihe keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) erhalten und hätten keine weiteren Ansprüche (z.B. Stimmrechte) aus dem Basiswert.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der SAP SE. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Jeder Kurs der Aktie der SAP SE während der Beobachtungstage vom 06.06.2018 bis zum 19.06.2019 (Beobachtungspreis) liege immer über der Barriere von 80,00 Euro, oder der Schlusskurs der Aktie der SAP SE auf Xetra Frankfurt am 19.06.2019 (Referenzpreis) liege auf oder über dem Basispreis von 111,111 Euro. In diesem Fall werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.

2. Mindestens ein Beobachtungspreis liege auf oder unter der Barriere von 80,00 Euro und der Referenzpreis liege unter dem Basispreis von 111,111 Euro. In diesem Fall erfolge die Lieferung einer durch das Bezugsverhältnis (9,00) bestimmten Anzahl von Aktien der SAP SE. Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Wert der gelieferten Aktien der SAP SE am Rückzahlungstermin zzgl. der Zinszahlung unter dem Kaufpreis der Aktienanleihe liege.

Die vorliegend beschriebene Aktienanleihe richte sich somit an Anleger, die davon ausgehen würden, dass die Aktie der SAP SE während der Beobachtungstage (06.06.2018 bis 19.06.2019) immer über der Barriere von 80,00 Euro liegen werde. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) anteilig entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 3,88 Euro belaufen. (Ausgabe vom 29.06.2018) (02.07.2018/alc/a/a)






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