Aktienanleihe Classic auf Deutsche Post: Paket- und Expressgeschäft läuft rund - Anleiheanalyse


04.09.17 11:00
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie der Deutschen Post eine Aktienanleihe Classic (ISIN DE000DD1KRR6 / WKN DD1KRR) mit dem Basiswert Deutsche Post vor.

Für die Deutsche Post laufe es derzeit ganz gut. Insbesondere das Paket- und Expressgeschäft profitiere vom weiter wachsenden Online-Handel. Auch auf einem anderen Gebiet sehe der international agierende Logistikkonzern dynamische Wachstumsperspektiven.

Nach einem guten Jahresauftakt habe die Deutsche Post ihren Wachstumskurs im zweiten Quartal 2017 fortgesetzt. Die Umsatzerlöse seien aufgrund des anhaltenden Wachstums im internationalen Paket- und E-Commerce- sowie dem Express-Geschäft gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,4% auf 14,8 Mrd. Euro gestiegen (Q2/2016: 14,2 Mrd. Euro). Das operative Ergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern, EBIT) sei um 11,8% auf 841 Mio. Euro geklettert (Q2/2016: 752 Mio. Euro), woran die starken EBIT-Zuwächse in den beiden Unternehmensbereichen Express (+12,2%) und Supply Chain (+21,6%) maßgeblichen Anteil gehabt hätten. Der Konzerngewinn habe mit 602 Mio. Euro um 11,3% über dem Vorjahreswert gelegen (Q2/2016: 541 Mio. Euro).

Vorstandschef Frank Appel habe mit Blick auf die Quartalszahlen das profitable Wachstum hervorgehoben und zugleich bestätigt, dass man auf bestem Wege sei, die EBIT-Ziele für das Gesamtjahr 2017 (Anstieg auf rund 3,75 Mrd. Euro) zu erreichen.

Wachstumsperspektiven würden sich der Deutsche Post weiterhin im Bereich Elektromobilität mit dem Elektro-Transporter StreetScooter bieten. In einer Kooperation mit Ford habe man den StreetScooter Work XL (Kapazität für mehr als 200 Pakete, Reichweite bis zu 200 km) entwickelt, der vor zwei Wochen der Öffentlichkeit vorgestellt worden sei und die Modellreihe um einen dritten Typen erweitere. Rund 150 Fahrzeuge dieses Typs sollten noch in diesem Jahr produziert und erprobt werden. Bis Ende 2018 sei die Produktion von 2.500 Fahrzeugen geplant, die die Post angesichts des steigenden Paketvolumens selbst benötige. Vorstandsmitglied Jürgen Gerdes, zuständig für den Bereich Post - eCommerce - Parcel, zufolge sei perspektivisch auch hier der Verkauf an Drittkunden vorgesehen.

Angesichts der guten Zusammenarbeit denke man zudem über eine Vertiefung der gemeinsamen Aktivitäten mit Ford nach. Auch sei die Entwicklung eines vierten Fahrzeugtyps vorstellbar. Um die große Nachfrage bedienen zu können, würden die Kapazitäten zur Produktion der Elektrofahrzeuge bis Ende des Jahres von 10.000 auf bis zu 20.000 verdoppelt. Dazu sei inzwischen der Bau einer zweiten StreetScooter-Fabrik abgeschlossen worden. Neben dem steigenden Paketvolumen profitiere die StreetScooter-Produktion auch von der Diesel-Affäre und den nach wie vor drohenden Fahrverboten für ältere Diesel-Fahrzeuge in deutschen Großstädten.

Die Analysten der DZ BANK sehen die Deutsche Post weiterhin als großen Profiteur des anhaltenden E-Commerce-Booms und des dadurch florierenden Paket- sowie Expressgeschäfts. Im diesjährigen Weihnachtsgeschäft rechne der Vorstand mit einem neuen Rekord hierzulande. An Spitzentagen werde eine Menge von signifikant über acht Millionen Pakten erwartet. Das sei in etwa doppelt so viel wie an normalen Tagen. Dabei komme dem Konzern seine Stellung als globale Nummer 1 in der Logistik zugute. Um diese Stellung auszubauen, wolle der Vorstand im Gesamtjahr 2017 rund 2,3 Mrd. Euro investieren (2016: 2,1 Mrd. Euro).

Die Gelder würden u.a. in den Ausbau der nationalen und internationalen Paket-Infrastruktur (z.B. Bau eines neuen Paketzentrums in Bochum, Ausbau der Präsenz in der wichtigen Region Asien-Pazifik), in die Produktion der StreetScooter-Elektrofahrzeuge sowie die Erweiterung der globalen und regionalen Drehkreuze in der Division Express fließen. Auch in die Modernisierung und Erweiterung der Flugzeugflotte werde investiert.

Mögliche Risiken, die die Geschäftsentwicklung beeinträchtigen können, sehen die Analysten der DZ BANK neben negativen Währungseffekten in einem verstärkten Wettbewerbsdruck im Paketgeschäft sowie im Frachtgeschäft, der sich nachteilig auf die Gewinnmargen auswirken kann. So habe der Konzern im zweiten Quartal im Luft- und Seefrachtgeschäft zwar deutliche Umsatz- und Volumenzuwächse verzeichnet. Die gestiegenen Frachtraten könnten allerdings nur verzögert an die Endkundenpreise weitergegeben werden, weshalb das Bruttoergebnis rückläufig gewesen sei. Verstärkte Abschottungen großer Volkswirtschaften wiederum könnten sich nachteilig auf die Globalisierung, das Wachstum der Weltwirtschaft und damit auch auf die Logistik auswirken.

Darüber hinaus sähen die Analysten das Risiko anhaltend negativer Effekte im Bereich Post aufgrund sinkender Erlöse im Zusammenhang mit dem strukturell bedingten Volumenrückgang im Bereich Brief Kommunikation.

Bei der Aktie der Deutsche Post AG habe man in den zurückliegenden Monaten eine Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends gesehen, in dem sich das Wertpapier seit März 2009 befinde. Nach der Ausbildung eines Hochs bei 32,95 Euro Anfang März 2017 habe die Aktie erneut konsolidiert, wobei sich bei 30,58/30,52 Euro eine Unterstützung gebildet habe. Von dieser Unterstützung aus sei ein weiterer Aufwärtsimpuls gestartet, der die Aktie Mitte August auf ein neues Allzeithoch bei 35,58 Euro geführt habe.

Mit Blick auf den intakten langfristigen Aufwärtstrend gehen die Analysten der DZ BANK mittelfristig von einer Fortsetzung desselben aus. Ein Kursziel lasse sich dabei aus der 161,8%-Fibonacci-Extension der Korrektur von April 2015 bis Februar 2016 ableiten, die bei 38,38 Euro verlaufe. Unterstützungen für mögliche Rücksetzer der Kursnotierung würden sich bei 33,78/32,34 Euro, in Gestalt der 200-Tage-Linie bei derzeit 31,99 Euro sowie bei 30,58/30,52 Euro finden. Das mittelfristig positive Szenario wäre aus Sicht der Analysten hinfällig, wenn die Aktie unter die Unterstützung bei 30,58/30,52 Euro zurückfalle.

Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert Deutsche Post zur Verfügung. Ein Beispiel sei die Aktienanleihe mit Fälligkeit am 24.08.2018 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 37,037 Euro und einer Zinszahlung von 10,75% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 24.08.2018, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Deutsche Post AG. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie Deutsche Post AG. Entscheidend sei dabei der Schlusskurs der Aktie an der maßgeblichen Börse (Xetra) am 17.08.2018. Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten:

Notiere die Aktie auf oder über dem Basispreis von 37,037 Euro, erhalte der Anleger den Nennbetrag von 1.000,00 Euro pro Aktienanleihe. Notiere die Aktie unter dem Basispreis von 37,037 Euro, erhalte der Anleger Aktien der Deutsche Post AG in der durch das Bezugsverhältnis bestimmten Zahl. Das Bezugsverhältnis betrage 27,00. Dementsprechend erhalte der Anleger 27 Aktien. Der Gegenwert der Aktien werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag von 1.000,00 Euro liegen.

Die Aktienanleihe auf die Aktie der Deutschen Post richte sich somit an Anleger, die davon ausgehen würden, dass der Schlusskurs der Aktie Deutsche Post AG am 17.08.2018 auf oder über 37,037 Euro notieren werde. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 6,18 Euro belaufen. (Ausgabe vom 01.09.2017) (04.09.2017/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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