Aktienanleihe Classic 7% 2021/09 auf Deutsche Börse AG: Stürmische Zeiten bevorzugt - Anleiheanalyse


09.11.20 12:15
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Marcus Landau, Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Deutsche Börse AG-Aktie (ISIN DE0005810055 / WKN 581005) eine Aktienanleihe Classic 7% 2021/09 (ISIN DE000DFR48W5 / WKN DFR48W) mit dem Basiswert Deutsche Börse AG vor.

Wenn es an den Finanzmärkten ruhig zugehe, werde in der Regel weniger gehandelt. Das habe die Deutsche Börse AG im dritten Quartal zu spüren bekommen. Umsatz und Gewinne seien rückläufig gewesen. Der Börsenbetreiber verdiene sein Geld vor allem mit Gebühren, die Investoren zahlen würden, wenn sie an den Handelsplätzen des Unternehmens Wertpapiere und Finanzprodukte kaufen oder verkaufen würden. In der Berichtsperiode Juli bis September habe insbesondere das Geschäft mit der Terminbörse Eurex gelitten, welches die größte Einnahmequelle (Umsatzanteil: 33%) des Konzerns sei. Hier würden vor allem Futures und Optionen gehandelt. Diese Produkte würden auch zu Absicherungszwecken eingesetzt. Im Sommer sei der entsprechende Bedarf dafür jedoch gering gewesen.

Ergebnisrückgänge habe es auch im zweitgrößten Geschäftsfeld Clearstream (Umsatzanteil: 27%) gegeben. Darin seien die Aktivitäten rund um die Abwicklung von Transaktionen und die Aufbewahrung von Wertpapieren gebündelt. Belastend hätten hier vor allem die niedrigeren Zinseinkünfte gewirkt. Trotz des schwachen dritten Quartals sei der Vorstand zuversichtlich geblieben, die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Der um Sondereffekte (Konzernumbau) bereinigte Nachsteuergewinn solle gegenüber dem Vorjahreswert von 1,1 auf rund 1,2 Mrd. Euro zulegen. Voraussetzung sei eine erhöhte Aktivität an den Märkten. Bei den Einnahmen werde ein organisches Wachstum von 5% erwartet. Wir sehen die Ziele als erreichbar an, so Marcus Landau, Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK.

Darüber hinaus bietet das Geschäftsmodell unserer Ansicht nach mittel- und langfristig weiterhin gute Wachstumsperspektiven, so Marcus Landau, Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK, weiter. Mit ihren Produkten, Dienstleistungen und Technologien decke die Deutsche Börse die gesamte Wertschöpfungskette eines Börsenbetreibers ab. Das Unternehmen agiere dabei aus einer starken Marktposition heraus. Es habe sich in den vergangenen Jahren zu einem führenden europäischen Infrastrukturanbieter für die Finanzmärkte entwickelt. Einen Beitrag dazu hätten selektive Zukäufe geliefert. Diese Strategie dürfte fortgesetzt werden. Entsprechende Übernahmen seien in der Regel zwar teuer, aus Marcus Landaus Sicht langfristig jedoch zielführend. Denn damit lasse sich die Skalierung des Geschäftsmodells beschleunigen. Derzeitige Zukäufe würden auf der anderen Seite die damit einhergehenden Risiken bergen (u.a. im Integrationsprozess).

Grundsätzlich sei die gute Skalierbarkeit der Aktivitäten auch ohne Übernahmen gegeben und damit ein Wachstumstreiber. Wenn es der Gesellschaft gleichzeitig gelinge, ihre Kostenkontrolle fortzusetzen, sehe Marcus Landau, Senior Manager Public Distribution bei der DZ BANK, darin einen Katalysator für überproportional steigende Gewinne. Ein Belastungsfaktor dürfte unterdessen auf absehbare Zeit weiterhin das niedrige Zinsniveau bleiben. Zudem dürften unruhige Phasen an den Börsen aufgrund der damit einhergehenden hohen Volatilitäten und Handelsaktivitäten zwar förderlich für die Geschäfte sein. In einem solchen Umfeld dürfte aber auch der Aktienkurs der Deutschen Börse belastet werden.

Als alternative Anlagemöglichkeit zu einer Direktanlage stünden Anlegern verschiedene Aktienanleihen mit der Aktie der Deutsche Börse AG als Basiswert zur Verfügung. Ein Beispiel sei eine Aktienanleihe mit Fälligkeit am 24.09.2021 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 140,00 Euro und einer Zinszahlung von 7,00% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 24.09.2021, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Deutsche Börse AG. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) anteilig entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 16,86 Euro belaufen. Anleger würden während der Laufzeit der Aktienanleihe keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) erhalten und hätten keine weiteren Ansprüche (z.B. Stimmrechte) aus dem Basiswert.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Deutsche Börse AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Liege der Schlusskurs der Aktie der Deutsche Börse AG an der Börse XETRA Frankfurt am 17.09.2021 (Referenzpreis) auf oder über dem Basispreis von 140,00 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.

2. Liege der Referenzpreis unter dem Basispreis, erhalte der Anleger eine durch das Bezugsverhältnis (7,143) bestimmte Anzahl von Aktien der Deutsche Börse AG. Es würden keine Bruchteile von Aktien geliefert. Für diese erhalte der Anleger eine Zahlung eines Ausgleichsbetrags pro Aktienanleihe. Der Gegenwert der Aktien zuzüglich des Ausgleichsbetrags werde unter dem Nennbetrag liegen. Ein Zusammenfassen mehrerer Ausgleichsbeträge zu Ansprüchen auf Lieferung von Aktien sei ausgeschlossen.

Wenn die Lieferung von Aktien des Basiswerts erschwert oder unmöglich sei, könne die Rückzahlung auch zu einem entsprechenden Abrechnungsbetrag erfolgen. Dieser entspreche dem Ergebnis der Formel (Referenzpreis am letzten Bewertungstag multipliziert mit Bezugsverhältnis). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Wert der gelieferten Aktien der Deutsche Börse AG am Rückzahlungstermin zuzüglich des Ausgleichsbetrags und der Zinszahlung unter dem Erwerbspreis der Aktienanleihe liege.

Ein gänzlicher Verlust des eingesetzten Kapitals sei möglich (Totalverlustrisiko). Ein Totalverlust trete ein, wenn der Schlusskurs der Aktie, die der Aktienanleihe zugrunde liege (Basiswert), an der maßgeblichen Börse am Bewertungstag (Referenzpreis) null sei. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 06.11.2020) (09.11.2020/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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