Erweiterte Funktionen

Abwärtsdruck auf reales Renditeniveau dürfte sich weiter aufbauen


01.02.21 08:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Nachdem zuletzt politische Ereignisse im Vordergrund standen, gewinnen nun wieder vermehrt Konjunkturdaten an Bedeutung, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die Highlights der Woche würden die BIP-Veröffentlichung der Eurozone für das vierte Quartal (Dienstag), die Schnellschätzungder Eurozone-Inflation (Mittwoch) sowie der US Beschäftigungsbericht (Freitag) bilden. Es stehe somit eine durchaus ereignisreiche Woche bevor. Heute würden die Anleger auf den ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe blicken. Die Geschäftsstimmung habe sich bis zuletzt wenig beeindruckt gezeigt von den herausfordernden Rahmenbedingungen und dies werde auch weiterhin erwartet (nahe 60 Punkte und damit deutlich im Expansionsbereich). Im Dezember hätten die Index-Komponenten Auftragseingänge, Produktion und Beschäftigung zulegen können, wenn auch viele Industrien die weiterhin hohe Unsicherheit aufgrund der Pandemie betonen würden.

Letzteres bestätige auch der Blick nach Europa, wo das Corona-Umfeld starke Sprünge bei den Wirtschaftsdaten mit sich bringe. BIP-Zahlen für das vierte Quartal hätten in einigen Euro-Ländern weit weg von den Erwartungen geblieben (über dem Konsensus in FR, ES und BE bzw. darunter in AT). Für die Eurozone würden die Analysten der Raiffeisen Bank International AG mit einem BIP-Rückgang im vierten Quartal von 1% p.q. rechnen.

Mit Spannung werde man auch die Veröffentlichung der Teuerungsrate beobachten. Starke Anstiege der Energiepreise sowie Effekte der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung in Deutschland würden zu einem deutlichen Sprung der Inflationsrate führen (Eurozone: 0,7% p.a. von -0,3% zuvor). Die genannten Faktoren würden die Berechnungsbasis das ganze Jahr erhöhen. Als Folge würden die Analysten der Raiffeisen Bank International AG einen weiteren Anstieg der Inflationserwartungen erwarten. Ihrer Meinung nach werde sich - wie auch zuletzt - ein Anstieg der Inflationserwartungen aber nur wenig auf die nominellen Renditen übertragen. Vielmehr dürfte sich weiter Abwärtsdruck auf das reale Renditeniveau aufbauen. (01.02.2021/alc/a/a)