Absturz an den Aktienbörsen! Staatsanleihen wieder im Fokus der Anleger!


06.02.18 11:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Panik an den Aktienbörsen! Der Dow Jones-Index büßte zeitweise 1.600 Punkte ein und schloss 4,6% schwächer, berichten die Analysten der Helaba.

Computergetriebene Verkäufe hätten die Verkäufe beschleunigt. An den asiatischen Aktienmärkten nehme der Druck nochmals zu. Der Nikkei sei in der Spitze um mehr als 7 Prozent eingebrochen und verbuche derzeit einen Verlust von knapp 1.100 Punkten. Ausschlaggebend seien die Furcht vor einer Überhitzung der Konjunktur nach der Steuerreform, höhere Anleiherenditen und im Zuge steigender Inflationserwartungen zunehmende Zinsängste.

Außerdem würden sich Anleger Sorgen machen, wie es im US-Haushaltsstreit weitergehe. Im Gespräch sei derzeit eine Zwischenfinanzierung bis zum 23. März, mit der ein Verwaltungsstillstand verhindert werden solle.

Im Tagesverlauf habe es nach positiven Stimmungsindikatoren nach einem recht ruhigen Handelsverlauf ausgesehen. Angesichts guter Vorgaben von den Einkaufsmanagern des Dienstleistungssektors in Spanien (56,9) und Italien (57,7) seien die Umfragewerte für die Eurozone (58) nochmals nach oben revidiert worden. Sinkende Vergleichszahlen aus Großbritannien (53 nach 54,2) hätten jedoch vermuten lassen, dass die Brexit-Diskussionen Spuren hinterlassen würden.

Mit dem Absturz an den Aktienbörsen seien allerdings qualitativ hochwertige Staatsanleihen wieder als sicherer Hafen in den Fokus der Anleger gerückt. Die Kurse von Bundesanleihen hätten im späten Geschäft kräftige Kursgewinne verzeichnet. Profitieren können hätten vor allem lange und ultralange Laufzeiten. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Bundestiteln habe sich auf 63 BP ermäßigt. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,92%) und Belgien (0,93%) hätten gegen Bunds knapp einen BP verloren.

Anleihen aus der EU-Peripherie hätten zum Wochenstart unter schwindender Risikobereitschaft gelitten. Der Risikoaufschlag 10-jähriger italienischer (1,93%), spanischer (1,38%) und portugiesischer Anleihen (1,97%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 1, 3 bzw. 6 BP ausgeweitet.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen infolge des Crashs an den Aktienbörsen kräftig gesunken. Der Anstieg des ISM-Index von 56 auf 59,9 Punkte im Dezember habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries weite sich auf 60 BP aus. In Fernost würden US-Treasuries trotz sehr schwacher Vorgaben von den Aktienbörsen nur knapp behauptet tendieren.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (159,04) habe 108 Stellen zugelegt, Bobl (130,86) und Schatz (111,91) seien 45 bzw. 5 Ticks höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,65% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 124 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden 18 BP niedriger bei 2,68% rentieren. Der Euro verbillige sich auf 1,236 US-Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 63,3 US-Dollar.

Heute richte sich die Aufmerksamkeit auf die Auftragseingänge bei der deutschen Industrie (0,8%/3,1%) zum Ende des vergangenen Jahres. In den USA werde das Handelsbilanzdefizit (-52 Mrd. USD) im Dezember veröffentlicht.

Am Primärmarkt versteigere Österreich 5- und 10-jährige Anleihen im Volumen von zusammen 1,2 Mrd. Euro. Die Finanzagentur des Bundes habe einen 6-jährigen Linker im Volumen von 1 Mrd. Euro im Angebot. Tags darauf werde die 10-jährige Bundesanleihe um 3 Mrd. Euro aufgestockt. Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank komme unter Mitführung der Helaba mit einem 7-jährigen Hypothekenpfandbrief im Volumen von 500 Mio. Euro. Griechenland habe das Mandat für die Syndizierung eines 7-jährigen Bonds im Volumen von vermutlich 3 Mrd. Euro vergeben. Finnland begebe über ein Konsortium in Kürze eine 15-jährige Anleihe. Das Königreich Belgien sondiere die Lage für die Begebung einer Nachhaltigkeitsanleihe mit 15 bis 20 Jahren Laufzeit. Irland stocke 10- und 19-jährige Anleihen um zusammen 1,2 bis 1,5 Mrd. Euro auf.

Die Städte Essen, Hagen, Herne, Remscheid und Solingen würden unter Beteiligung der Helaba die Begebung einer 10-jährigen Städteanleihe Nr. 6 planen. Das amerikanische Schatzamt biete 3-jährige Notes im Volumen von 26 Mrd. US-Dollar an. (06.02.2018/alc/a/a)