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Aberdeen Kommentar zur Neubesetzung des FED-Chair: Eine überraschend konventionelle Entscheidung


03.11.17 12:24
Aberdeen Standard Investment

London (www.anleihencheck.de) - Luke Bartholomew, Investmentstratege bei Aberdeen Standard Investments, kommentiert die Ernennung von Jerome H. Powell zum künftigen Chef der US-Notenbank wie folgt:

Der Weg zu dieser Ernennung sei alles andere als normal gewesen. Man könne argumentieren, dass es nicht ohne Risiko gewesen sei, die Ankündigung so lange hinauszuziehen. Denn dies habe die Finanzmärkte ohne vernünftige Gründe zu Spekulationen ermuntert. Aber die finale Entscheidung sei alles andere als unumstritten. Powell sei voll auf einer Linie mit der aktuellen Denkweise der Notenbank und so würden alle Anpassungen aufgrund seiner Ernennung nur marginal ausfallen.

Es sei grundsätzlich positiv, dass sich US-Präsident Donald Trump für Kontinuität statt für Revolution entschieden habe. Die FED sei an einem empfindlichen Punkt bei der Entwöhnung der globalen Wirtschaft von jener Unterstützung angekommen, an welche sich diese über fast eine Dekade gewöhnt habe. Eine umstrittene Persönlichkeit zu nominieren, hätte diesen Prozess schnell behindern können.

Powell den Vorzug vor Yellen gegeben zu haben, gebe Trump vielleicht Munition gegenüber seiner Basis an die Hand, die diese Institution nicht sonderlich möge. Er könne nun sagen, er habe Veränderungen vorgenommen - ohne tatsächlich viel verändert zu haben. Es könne auch sein, dass er angesichts der Kämpfe, die er zu führen habe, um irgendetwas von seiner Agenda durch den Kongress zu bekommen, entschieden habe, dass dies kein Gefecht sei, das es wert sei ausgefochten zu werden. Wenn dies der Fall sei, dann sei es eine bemerkenswert konventionelle politische Entscheidung für diesen Präsidenten. (03.11.2017/alc/a/a)