AT&S: Anleiheemittent rechnet im GJ 2020/21 mit Basisinvestitionen von bis zu EUR 80 Mio.


14.10.20 10:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - AT&S AG (ISIN AT0000969985/ WKN 922230) (AT&S; nicht geratet) ist ein weltweit führender Hersteller von HighTech Leiterplatten und IC-Substrate, so der Finanzanalyst Jürgen Walter von der Raiffeisen Bank International AG (RBI) Wien.

Die AT&S Produkte würden über die beiden Segmente Mobile Devices & Substrates (Umsatzanteil 2019/20: 31%) sowie Automotive, Industrial, Medical (69%) vertrieben. Weltweit aktiv werde absatzseitig der Großteil des Umsatzes mit in den USA ansässigen Unternehmen, gefolgt von Deutschland/Österreich (16%), Asien (8%) und dem restlichen Europa (8%) erzielt. Die Produktionsstätten der AT&S befänden sich in Österreich, Indien, China und Südkorea. In den letzten Jahren wurden bzw. werden vor allem die Produktionsstätten in China für IC-Substrate ausgebaut, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG. Mit einer zunehmenden Digitalisierung in vielen Lebensbereichen habe das Unternehmen zuletzt als mittelfristiges Ziel die EUR 2 Mrd. Umsatzmarke (2019/20: EUR 1,0 Mrd.) bei einer EBITDA-Marge von 25 bis 30% (2019/20: 19,4%) bestätigt.

Zu Beginn der COVID-19 Pandemie sei das Unternehmen vor allem mit Produktionsstillständen in China konfrontiert gewesen. Hingegen würden die Umsatzzahlen Q1 2020/21 (April bis Juni) gegenüber der Vorjahresperiode ein Wachstum von 11% auf EUR 248 Mio. bei einer mit 15,9% etwas höheren EBITDA-Marge zeigen. Der operative Cashflow sei mit EUR 28 Mio. nahezu unverändert gewesen, während die Nettoinvestitionen um rund 65% auf EUR 82 Mio. zugenommen hätten. Insgesamt rechne das AT&S Management im GJ 2020/21 mit Basisinvestitionen von bis zu EUR 80 Mio., während im Rahmen von strategischen Projekten bis zu EUR 450 Mio. investiert werden könnten. Aufgrund des, wie auch im Vorjahresquartal, negativen Konzernergebnisses sowie nachteiligen Wechselkurseffekten sei gegenüber dem Bilanzstichtag (31. März 2020) ein Rückgang der von AT&S ausgewiesenen Eigenkapitalquote von 41,0% auf 36,7% zu verzeichnen.

Die von AT&S veröffentlichte Nettoverschuldung habe sich per 30.06.2020 auf rund EUR 298 Mio. belaufen. Dies ergebe sich aus dem Abzug von auf der Bilanz ausgewiesenen Barmitteln (EUR 388 Mio.) sowie finanzielle Vermögenswerte (EUR 224 Mio.). Unter (Nicht-)Berücksichtigung letzterer und im Falle von der Hinzurechnung der in 2017 begebenen AT&S Hybridanleihe (EUR 175 Mio., erstes Call-Möglichkeit am 24.11.2022) belaufe sich die von den Analysten adjustierte Nettoverschuldung auf EUR 696 Mio. Rund EUR 157 Mio. der Verschuldung seien zuletzt als kurzfristig tituliert worden. Gleichzeitig sei von AT&S die Höhe an nicht genutzten Kreditlinien zur Sicherstellung des zukünftigen Investitionsprogramms mit EUR 420 Mio. im Q1 2020/21 Bericht angegeben worden. Mit den durch Investitionen bedingten Verschuldungsanstieg der letzten Jahre als auch der Entwicklung des Eigenkapitals habe sich zuletzt das von den Analysten errechnete Net Gearing auf rund 126% erhöht und liege damit wieder über der 100%-Marke. (Ausgabe Oktober 2020) (14.10.2020/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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