A1 Telekom Austria: Finanzierungsprofil setzt sich neben Leasingverbindlichkeiten aus vier Anleihen zusammen


14.10.20 09:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die A1 Telekom Austria Group (A1) (ISIN AT0000720008/ WKN 588811) ist der führende Anbieter digitaler Dienstleistungen und Kommunikationslösungen in Österreich sowie in Zentral- und Osteuropa (CEE) in den Ländern Bulgarien, Kroatien, Belarus, Slowenien, der Republik Nordmazedonien und Serbien, so der Finanzanalyst Georg Zaccaria von der Raiffeisen Bank International AG (RBI) Wien.

Der Großteil der Umsätze werde dabei mit einem Anteil von 57% in Österreich erzielt. Seitdem der IPO im Jahr 2000 an der Börse in Wien notiere, befänden sich die Anteile mehrheitlich (51%) im Besitz von América Móvil. Darüber hinaus halte die Republik Österreich eine Beteiligung in Höhe von rund 28%. Mit Hauptsitz in Wien, seien per 30. Juni 2020 rund 18 Tsd. Mitarbeiter beschäftigt und dabei rund 21 Mio. Kunden bedient worden.

Im H1 2020 hätten Umsätze in Höhe von EUR 2,2 Mrd. erzielt werden können, ein Plus von 0,4% gegenüber dem H1 2019. Das EBITDA habe sich auf EUR 771 Mio. (+0,6%) belaufen, resultierend in einer EBITDA-Marge von 35%. Der von den Analysten berechnete Free Cashflow sei wie in der Vergangenheit auch im H1 2020 positiv gewesen und habe auch deutlich über dem H1 2019 (+283%) gelegen. Das könne i.W. auf geringere Working Capital Auszahlungen und Capex sowie auf die im H1 2019 gezahlten Frequenzen zurückgeführt werden.

Auch im laufenden GJ 2020 habe eine weitere Spektrum-Auktion in Österreich (700/1500/2100 MHz) stattgefunden. Bei der Vergabe, welche am 11. September geendet habe, habe A1 Frequenzen in Höhe von EUR 66 Mio. ersteigert und halte damit rund 38% am Gesamtspektrum. Insgesamt hätten die Erlöse in Höhe von EUR 202 Mio. deutlich unter dem Mindestgebot in Höhe von EUR 239 Mio. gelegen. Der Kaufpreis werde aus dem operativen Cashflow finanziert. Für das GJ 2020 werde ein Umsatzrückgang in Höhe von -2% erwartet. Die Capex sollten um rund 25% unter der ursprünglichen Erwartung (EUR 770 Mio.) liegen. Für das GJ 2019 sei eine Dividende in Höhe von EUR 0,23/Aktie ausgeschüttet worden.

Die Nettoverschuldung habe sich per 30. Juni 2020 auf EUR 3,3 Mrd. belaufen, resultierend in einem Verhältnis zum EBITDA LTM H1 20 von 2,1x. Die Net Gearing Ratio (Nettoverschuldung/Eigenkapital) habe bei 117% und damit unter dem Wert zum 31. Dezember 2019 (131%) gelegen. Das Finanzierungsprofil setze sich neben Leasingverbindlichkeiten aus vier Anleihen (74% der Bruttoverschuldung) mit Fälligkeiten in 2021, 2022, 2023 sowie 2026 zusammen. Im GJ 20 stünden somit keine Tilgungen an. Neben Zahlungsmittel in Höhe von EUR 141 Mio. könne A1 noch auf ungenutzte kommittierte Kreditlinien in Höhe von EUR 1.115 Mio. zurückgreifen. (Ausgabe Oktober 2020) (14.10.2020/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.