9,00% Protect Multi Aktienanleihe auf Richemont, LVMH und Swatch: Das Verlangen nach Exklusivität - Anleihenanalyse


09.01.18 11:15
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Die Experten der Bank Vontobel Europe AG stellen in ihrem aktuellen "Mehrwert" eine 9,00% Protect Multi Aktienanleihe Quanto auf die Richemont- (ISIN CH0210483332 / WKN A1W5CV), die LVMH- sowie die Swatch-Aktie vor.

Die Experten der Bank Vontobel Europe AG fragen sich, woher nur unser starkes Verlangen nach kostspieligen Gütern, die gar nicht lebensnotwendig sind? Erklärungen für die Prunksucht - dies sei eine Definition für Luxuskonsum - gebe es mehrere. Laut den Autoren des Buchs "Fundierung des Marketing: Verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage einer angewandten Marketingforschung" (2004) zählt unser Streben nach Einzigartigkeit dazu, so die Experten der Bank Vontobel Europe AG.

Als Individuum wollen wir uns von der Gesellschaft abheben, wir wollen signalisieren, dass wir etwas Besonderes sind, und von der Gesellschaft anerkannt werden, so die Experten der Bank Vontobel Europe AG. Früher seien Luxusgüterhersteller deshalb nur wenig von Krisen erfasst worden; die Zielgruppe habe auch in schlechten Phasen genügend Kapital besessen. Dies habe sich in der jüngeren Vergangenheit geändert: Der Luxussektor habe eine Krisenphase durchschritten; insbesondere die Uhrenindustrie habe merklich gelitten. Nun habe sich die Nachfrage in vielen Absatzgebieten wieder beschleunigt.

Das im Fachjargon "Need for Uniqueness" genannte Phänomen verbreite sich zurzeit rasant in aufstrebenden Regionen. Kaum einer, der ihnen noch nicht begegnet sei - chinesischen Touristen, die in Städten rund um den Globus Luxusgüter in riesigen Mengen erwerben würden. Gemäß dem Report "Chinese luxury consumers: More global, more demanding, still spending" (August 2017) von McKinsey seien Verbraucher aus dem Reich der Mitte bei ihren Kaufprozessen sogar noch viel impulsiver geworden. So werde jeder zweite Kauf heute innerhalb nur eines Tages entschieden.

Der weitere Ausblick? Positiv. Gemäß dem Vontobel Aktien Research würden Luxusgüter ein langfristig struktureller Wachstumsmarkt bleiben, wobei China und chinesische Konsumenten das größte Potenzial aufweisen würden. Der Erwerb von Luxusartikeln korreliere schließlich stark mit der Höhe des Einkommens und die Zahl chinesischer Millionäre dürfte im Jahr 2018 gemäß dem McKinsey-Report diejenige aller anderen Nationen übertreffen. Luxuskonsumenten aus der Volksrepublik würden bereits heute fast ein Drittel des globalen Segments ausmachen. Sie dürften auch weiter am meisten zu dessen Wachstum beitragen und bis zum Jahr 2025 44% des Marktes für sich beanspruchen.

Ein weiterer wichtiger Treiber: Der so genannte "Online- Luxus-Shopper", der mobiler sei als je zuvor. Bereits 2014 sei im Zuge einer McKinsey-Umfrage unter 3.000 Luxuskunden herausgekommen, dass drei von vier Befragten ein Smartphone und ungefähr die Hälfte ein Tablet besessen hätten. Online-Erlebnisse als treibende Kraft würden aber nicht nur potenziell mehr Verkäufe bedeuten, sondern würden auch Chancen für die gesamte Wertschöpfungskette bieten - vom digitalen Marketing bis hin zu einem verbesserten "Instore"-Erlebnis mit entsprechend positiver Kauferfahrung. Die richtigen Informationen sollten zum richtigen Zeitpunkt zu den Kunden gelangen, so die Konklusion der Experten von McKinsey. Marken, die nicht mit dem digitalen Verhalten und den Präferenzen ihrer Kunden Schritt halten würden, dürften zurückfallen. Unternehmen, die frustrierende oder minderwertige Online-Erlebnisse anbieten würden, würden ihre Marken beschädigen - und Werte zerstören.

Im November 2017 habe das Vontobel Aktien Research - führend im Bereich Research von Schweizer Aktien mit einzigartiger Expertise im Luxusgütersegment - die Studie "Vontobel Luxury Goods Shop" lanciert. Daraus gehe hervor, dass die Entwicklung des Online-Verkaufskanals bei Schmuck recht weit fortgeschritten sei, jedoch bei High-End-Uhren gerade erst begonnen habe. Zwar scheine eine zusätzliche Ausweitung des Einzelhandelsnetzes nun ein Ende zu finden. Dennoch bleibe das Potenzial groß, denn Online-Verkaufszahlen würden bei Luxusgütern derzeit nur 8,8% ausmachen. Bei Schmuck und Uhren zusammen seien es 4,5%; bei Uhren allein deutlich weniger.

Laut den Vontobel-Experten seien die Verkäufe von Markenschmuck in den (Krisen-)Jahren 2008/09 bis 2015/16 schließlich weniger rückläufig gewesen als Schweizer Uhrenexporte oder übergreifende Umsätze von Unternehmen mit hohem Uhrenanteil. Dies erkläre sich teilweise durch den hohen Uhrenanteil im Großhandel, während Schmuck überwiegend über eigene Geschäfte - und den Onlinehandel - vertrieben werde. Folglich sei der Markt für Markenschmuck auch weniger volatil gewesen als der weltweite Uhrenmarkt.

Richemont habe als klarer Marktführer des Schmucksegments den Anteil des hochmargigen Schmucks zur wichtigsten Kategorie ausgebaut. Im Geschäftsjahr 2016/17 habe der Schweizer Luxusgüterkonzern dank der Marken Cartier, Van Cleef & Arpels sowie Piaget einen Schmuckumsatz von 4,2 Milliarden Euro erzielt und damit vor Tiffany und LVMH/Bulgari gelegen. Der Anteil des mit Schmuck erzielten Umsatzes sei von 24% im Jahr 2010/11 auf 39% 2016/17 gestiegen; die Kategorie habe die höchste durchschnittliche Wachstumsrate verzeichnet.

Das Vontobel Aktien Research gehe davon aus, dass Schmuck auch 2018/19 zu Richemonts besten Kategorien gehören werde. Hohe Margen habe das Mitglied des SMI auch in schwierigen Jahren erzielen können. Richemont Jewellery Maisons, der mit Abstand wichtigste Gewinnbringer der Gruppe, habe im Geschäftsjahr 2016/17 eine Marge von 28,4% verzeichnet - den mit Abstand höchsten Wert unter allen Schmuckakteuren; Tiffany folge mit 18%.

Eine Protect Multi Aktienanleihe auf ausgewählte Luxusgüteraktien könnte eine Lösung für jene Investoren sein, die während der Produktlaufzeit mit einer Seitwärts- oder nur leichten Aufwärtsbewegung rechnen würden und mögliche Kursrückschläge nicht ausschließen möchten, oder für Anleger, die beim Luxusgütersektor nun von einer Bodenbildung ausgehen würden. Denn mittels seines Kupons biete die im Vergleich zur Direktanlage defensiver ausgestaltete Struktur zurzeit interessante Renditeaussichten, die in der Lage seien, ein gesetztes Renditeziel potenziell zu erfüllen. Weshalb das Produkt defensiver sei als die zugrunde liegenden Aktien? Weil eine Barriere bis zu einem gewissen Grad vor möglichen Kursrückschlägen schütze. Zu beachten sei jedoch, dass Anleger im Falle eines Barrierenereignisses dem Verlust des schwächsten Basiswertes ausgesetzt seien. Zudem seien die Renditeaussichten auf die Kuponhöhe begrenzt. Im Falle starker Kurssteigerungen würde daher die Direktanlage bessere Renditechancen bieten. (Ausgabe Januar/Februar 2018) (09.01.2018/alc/a/a)
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