8% Aktienanleihe Classic 2018/07 auf Manz: Die Weichen sind gestellt - Anleiheanalyse


09.10.17 11:01
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Manz eine 8% Aktienanleihe Classic 2018/07 (ISIN DE000DD00RU5 / WKN DD00RU) mit dem Basiswert Manz vor.

Automation, Messtechnik, Laserbearbeitung, Nasschemie, Drucken und Beschichten sowie Rolle-zu-Rolle-Prozesse seien die Kompetenzen des 1987 gegründeten Maschinenbauers Manz aus Baden-Württemberg. Anwendungsmöglichkeiten für diese Technologien gebe es reichlich. Konkret entwickle und produziere Manz Anlagen, mit denen elektronische Bauteile und Geräte, Lithium-Ionen-Batterien sowie Solarmodule gefertigt werden könnten. Das Unternehmen konzentriere sich dabei auf die Entwicklung von integrierten Produktionslinien, die vor allem eins sein sollten: Effizient. Damit wolle man den Kunden ermöglichen, ihre Herstellungskosten zu senken.

Darüber hinaus sehe sich das Unternehmen als wichtiger Innovationstreiber für den Durchbruch von Schlüsseltechnologien. Dazu zähle der Konzern die nachhaltige Energieerzeugung und -speicherung, Displays und Geräte für die globalen Kommunikationsbedürfnisse sowie die E-Mobilität. Der Fokus auf schnell wachsende Zukunftsbranchen spiegele sich auch in der Gliederung in die drei strategischen Geschäftsbereiche Electronics, Solar und Energy Storage wider.

Trotz der vielversprechenden Ausrichtung auf Zukunftsmärkte habe der Konzern in den vergangenen Jahren mit etlichen Widrigkeiten zu kämpfen gehabt. Insbesondere die Schwierigkeiten in der Solarbranche (Überkapazitäten, Preisdruck, Investitionszurückhaltung) hätten deutliche Spuren in den Ertragskennzahlen hinterlassen. Der Konzern habe mit Anpassungen und Restrukturierungen reagiert.

Im Geschäftsjahr 2016 habe er dabei eigenen Angaben zufolge wesentliche Meilensteine erreicht. Durch die Optimierung von Prozessen und Strukturen habe die Kostenbasis deutlich verbessert werden können. Ferner sei eine Kapitalerhöhung vorgenommen worden, bei der die Shanghai Electric Germany Holding GmbH, eine Tochter des chinesischen Großkonzerns Shanghai Electric Group, nach Firmengründer Dieter Manz zum größten Einzelaktionär (19,67%) geworden sei.

Diese strategische Beteiligung der Chinesen sei zu Beginn 2017 mit einem Großauftrag im Geschäftsbereich Solar konkretisiert worden. Manz habe von der Shanghai Electric Group und der Shenhua Group Bestellungen für zwei CIGS-Produktionslinien im Gesamtvolumen von 263 Mio. Euro erhalten. Das sei damit der bislang größte Auftrag der Firmengeschichte gewesen. Die Einnahmen daraus sollten 2017 und 2018 realisiert werden.

Gleichzeitig sei eine strategische Zusammenarbeit vereinbart worden. Gemeinsam mit den beiden chinesischen Partnern, beide führend in der chinesischen Energieindustrie, solle die CIGS-Dünnschicht-Solartechnologie weiterentwickelt und vermarktet werden. Firmengründer Dieter Manz sehe darin den Durchbruch in dieser eigenen Technologie, die er als überlegen ansehe. Demnach würden CIGS-Module von Manz niedrigere Stromerzeugungskosten als die kristalline PV-Technologie bieten. Entsprechend hoch seien die Erwartungen bezüglich des Umsatzpotenzials. Die Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern sowie die Aufträge schätzt das DZ BANK-Derivate-Team als sehr wichtig ein. Sie könnten die Basis dafür sein, dass dem Unternehmen ein nachhaltiger Turnaround und eine künftig wieder profitable Geschäftsentwicklung gelinge.

Das erste Halbjahr 2017 sei unterdessen noch gekennzeichnet gewesen durch die Vorbereitungen auf den CIGS-Großauftrag im Segment Solar. Zudem habe in den beiden anderen Geschäftsbereichen der Fokus auf der Entwicklung neuer Produkte und dem Aufbau von Pilotprojekten in Vorbereitung auf potenzielle Folgeaufträge für eine künftig mögliche Serienproduktion gelegen. Die damit verbundenen Kosten hätten entsprechend auf die Ertragskennziffern gedrückt. Trotz eines Umsatzrückgangs von 3,5% auf 119,6 Mio. Euro hätten diese zwar zulegen können. Maßgeblich dafür verantwortlich gewesen sei jedoch der im Rahmen der vereinbarten Kooperation mit den beiden chinesischen Firmen erfolgte Verkauf der Forschungstochter Manz CIGS Technology GmbH. Damit seien sonstige betriebliche Erlöse von 34,4 Mio. Euro erzielt worden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe sich daher im Vergleich zum Vorjahr von -11,7 auf +7 Mio. Euro verbessert. Unter dem Strich sei ein Profit von 4,7 Mio. Euro erzielt worden, nach einem Verlust von fast 17 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Bei Vorlage der Zahlen habe der Vorstand die Prognosen für das Gesamtjahr bekräftigt. Durch die weitere Realisierung des CIGS-Großauftrags sowie höhere Umsätze in den Segmenten Electronics und Energy Storage würden weiterhin Erlöse von mindestens 350 Mio. Euro angepeilt. Gleichzeitig habe sich Manz zuversichtlich gezeigt, ein signifikant verbessertes, positives EBIT zu erzielen. Das BANK-Derivate-Team teilt diese Zuversicht. Allerdings müsse das Unternehmen nun liefern und die erwarteten geschäftlichen Fortschritte sollten sich bereits im dritten Quartal zeigen. Positiv bewerte man außerdem, dass sich die Gesellschaft künftig neben dem Geschäft mit kundenindividuellen Lösungen auch auf die Herstellung von Standardmaschinen und deren Verkettung zu kompletten, individuellen Systemlösungen aus intelligenten Baukästen konzentriere. Dadurch sollte es gelingen, die Produktionskapazitäten besser auszulasten.

Zu den Risiken würden Auftragsverschiebungen gehören, die dem Unternehmen schon in der Vergangenheit mehrmals zu schaffen gemacht hätten, was zu Enttäuschungen bei den Aktionären geführt und sich entsprechend im Kursverlauf niedergeschlagen habe. Ferner bestünden strategische Risiken aus der Nichtdurchführung der Verträge mit Shanghai Electric und der Shenhua Group. Manz konzentriere sich zudem auf Branchen, die von einem raschen technologischen Wandel geprägt seien. Entsprechend müsse das Unternehmen seine Aktivitäten in Forschung und Entwicklung ständig auf einem hohen Niveau halten, was mit den dazu notwendigen Ausgaben verbunden sei.

Das Chartbild der Manz-Aktie ist aus Sicht des BANK-Derivate-Teams nach wie vor gekennzeichnet durch den übergeordneten langfristigen Abwärtstrend. In der jüngeren Vergangenheit zeige sich dabei ausgehend vom Zwischenhoch im Mai 2015 bei 96,12 Euro ein dynamischer Abwärtsimpuls, der den Kurs bis Februar 2016 auf 22,56 Euro gedrückt habe. Anschließend habe sich eine aufwärtsgerichtete Konsolidierung gebildet, in der sich die Aktie nach wie vor befinde. Diese Bewegung zeigt auf der Unterseite höhere Tiefs, wodurch sie nach Ansicht des BANK-Derivate-Teams einen grundsätzlich positiven Charakter hat.

Das BANK-Derivate-Team geht von einer Fortsetzung dieser Entwicklung aus. Kurspotenzial sehe man zunächst bis zu der Marke von 43,50 Euro, die sich bislang als hartnäckiger Widerstand der Konsolidierung erwiesen habe. Sollte es gelingen, diese Hürde nachhaltig zu überwinden, könnten die Marken bei 50,66 und 59,34 Euro nächste potenzielle Ziele sein, die sich aus dem 38,2%-Fibonacci-Retracement und dem 50%-Retracement der dynamischen Abwärtsbewegung von Mai 2015 bis Februar 2016 ergeben würden.

Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert Manz AG zur Verfügung. Ein Beispiel sei eine Aktienanleihe mit Fälligkeit am 27.07.2018 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 31,25 Euro und einer Zinszahlung von 8,00% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 27.07.2018, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Manz AG. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin seien abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Manz AG. Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten: Notiere die Aktie am 20.07.2018 per Schlusskurs (Xetra) auf oder über dem Basispreis von 31,25 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt. Notiere die Aktie am 20.07.2018 per Schlusskurs (Xetra) unter dem Basispreis von 31,25 Euro, erhalte der Anleger Aktien der Manz AG in der durch das Bezugsverhältnis bestimmten Zahl. Das Bezugsverhältnis betrage 32,00. Dementsprechend erhalte der Anleger 32 Aktien. Der Gegenwert der Aktien werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag von 1.000,00 Euro liegen.

Die vorliegend beschriebene Aktienanleihe richte sich somit an Anleger, die davon ausgehen würden, dass der Schlusskurs der Aktie der Manz AG am 20.07.2018 auf oder über 31,25 Euro notieren werde. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 19,95 Euro belaufen. (Stand vom 06.10.2017) (09.10.2017/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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