6% Aktienanleihe Classic 2017/12 auf Continental: Für die Zukunft bestens positioniert - Anleiheanalyse


12.06.17 10:00
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Continental eine 6% Aktienanleihe Classic 2017/12 (ISIN DE000DGX73T5 / WKN DGX73T) mit dem Basiswert Continental vor.

Continental entwickle und fertige als einer der weltweit größten Zulieferer Komponenten und Module größtenteils für die Automobilindustrie. Das Geschäft des Unternehmens sei in die beiden Bereiche Automotive und Rubber mit den fünf Divisionen Chassis & Safety (22% Anteil am Konzernumsatz 2016), Powertrain (18% des Konzernumsatzes), Interior (20% des Konzernumsatzes), Tires (Reifen, 26% des Konzernumsatzes) und ContiTech (14% des Konzernumsatzes) unterteilt.

Habe Continental früher vor allem für innovative Reifen gestanden, seien es heute Fahrassistenzsysteme und die Möglichkeiten der Vernetzung, mit denen das Unternehmen dazu beitrage, ein neues Zeitalter der Mobilität einzuläuten. Im Geschäftsjahr 2016 habe Continental mit Technologien zur Digitalisierung insgesamt fast 15 Mrd. Euro erwirtschaftet. Dies entspreche etwa 60% des Umsatzes der drei Automotive-Divisionen (Chassis & Safety, Powertrain, Interior).

Die drei Automotive-Divisionen hätten auch im ersten Quartal 2017 mit einem organischen Umsatzwachstum von 11,3% zu einem starken Wachstum des Konzernumsatzes beigetragen. Dieser habe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,7% (organisch um 9,5%) auf 11,0 Mrd. Euro zugelegt (Q1/2016: 9,9 Mrd. Euro). Das operative Ergebnis (Ergebnis vor Zinsen und Steuern, EBIT) habe sich um 9,1% auf rund 1,1 Mrd. Euro erhöht (Q1/2016: 1,0 Mrd. Euro), die EBIT-Marge habe mit 10,3% leicht unter den 10,6% des Vorjahreszeitraums gelegen. Das Konzernergebnis habe 749,6 Mio. Euro erreicht (Q1/2016: 733,9 Mio. Euro).

Während die Automotive Group in den ersten drei Monaten 2017 eine hohe Nachfrage nach innovativen Elektronik- und Softwarelösungen für sicheres und intelligentes Fahren verzeichnet habe, habe die Rubber Group von einer großen Nachfrage nach Pkw- und Lkw-Reifen profitiert. Allerdings hätten gestiegene Rohmaterialpreise hier zu Belastungen von 100 Mio. Euro geführt, die auch auf der EBIT-Marge gelastet hätten.

Im zweiten Quartal rechne der Vorstand erneut mit steigenden Rohmaterialkosten und habe darauf bereits mit Preisanpassungen reagiert. Dadurch solle sich die belastende Auswirkung auf das Ergebnis im zweiten Halbjahr 2017 abschwächen. Für das Gesamtjahr 2017 gehe der Vorstand von einer Fortsetzung des profitablen Wachstumskurses aus und habe mit der Vorlage der Q1-Zahlen die Umsatzerwartung um 500 Mio. auf mehr als 43,5 Mrd. Euro angehoben. Zudem wolle man eine bereinigte EBIT-Marge von 10,5% sicher erreichen (2016: 10,8%).

Auch wenn das Geschäft mit den Automobilherstellern den Erwartungen des Vorstandes zufolge weiterhin für Wachstum sorgen werde, arbeite er daran, das Geschäft auf andere Branchen auszuweiten und ein ausgewogenes Kundenportfolio zu erreichen. Auf diese Weise wolle man die Abhängigkeit von der Automobilkonjunktur verringern. Bis 2020 solle der Umsatzanteil mit Endverbrauchern und Industriekunden aus anderen Branchen etwa 40% erreichen, wobei die maßgeblichen Beiträge aus den Aktivitäten der Divisionen Reifen und ContiTech kommen sollten (z.B. Luftfedern und Luftfedersysteme im Schienenverkehr).

Die Analysten der DZ BANK sehen Continental weiterhin gut positioniert, um vom Strukturwandel in der Automobilindustrie (emissionsfreie Antriebe, intelligentes/vernetztes Fahren, sichere Mobilität, bezahlbare Autos) zu profitieren, insbesondere von der zunehmenden Ausstattung von Fahrzeugen mit Fahrerassistenzsystemen, dem am schnellsten wachsenden Produktbereich. Schon heute stecke in drei von vier Fahrzeugen Technik von Continental (Hardware und Software zum digitalen Datenaustausch). Der Vorstand erwarte bei den Fahrerassistenzsystemen einen Umsatzanstieg von derzeit rund 1,2 Mrd. Euro auf mehr als 2 Mrd. Euro im Jahr 2020. Hierfür gehe Continental auch Kooperationen ein, wie die jüngst verkündete strategische Kooperation mit BAIDU, die einen Technologieaustausch und die Entwicklung von Produkten sowie Geschäftsmodellen rund um automatisierte und vernetzte Mobilität zum Ziel habe.

Durch die Wandlung zu einem Technologie- und Serviceunternehmen und die Verbreiterung des Kundenportfolios lassen sich nach Erachten der Analysten der DZ BANK konjunkturelle Schwankungen in der Automobilindustrie besser ausgleichen. Zudem würden sie davon ausgehen, dass Zulieferer wie Continental eher in der Lage sein würden, die Vorleistungen für neue Technologien in Form höherer Preise an ihre Kunden weiterzugeben, als die Hersteller selbst.

Risiken, die die operative Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen würden, könnten sich nach Erachten der Analysten aus negativen Wechselkurseffekten und stärkeren Schwankungen der Rohstoffpreise sowie einer globalen Wirtschaftskrise und einem damit einhergehenden Nachfragerückgang seitens der Kunden aus größtenteils zyklischen Branchen ergeben. Darüber hinaus könnten die Belastungen durch höhere Rohmaterialkosten größer ausfallen als die von Continental eingeplanten 400 Mio. Euro. Für das erste Quartal 2017 habe der Vorstand Anfang 2017 noch mit Belastungen von 80 Mio. Euro gerechnet.

Bei der Aktie der Continental AG habe man eine langfristige Aufwärtsbewegung gesehen, die die Aktie von dem im Februar 2009 markierten Tief bei 10,11 Euro bis März 2015 auf ein Allzeithoch bei 234,25 Euro geführt habe. Während dieser Aufwärtsbewegung habe es im August/September 2011 sowie von März 2014 bis Oktober 2014 größere Korrekturen gegeben. Seit dem Rekordhoch vom März 2015 bewege sich die Aktie innerhalb einer breiten Handelsspanne. Deren obere Begrenzung würden die Hochs bei 234,25 und 231,90 Euro sowie die Tiefs bei 162,05 und 158,20 Euro bilden. Seit der Ausbildung des Tiefs bei 158,20 Euro im November 2016 habe man die Aktie in einer Aufwärtsbewegung gesehen, in deren Verlauf Ende Dezember 2016 der Anstieg über die mittelfristige Abwärtstrendlinie und die 200-Tage-Linie gelungen sei.

Im März 2017 habe die Aktie dann das Vorgängerhoch vom August 2016 bei 197,00 Euro überwunden, sei bei 209,95/210,35 Euro aber auf Widerstand gestoßen. Während des anschließenden Rücksetzers der Kursnotierung habe sich der ehemalige Widerstand bei 197,00 Euro als Unterstützung erwiesen.

Solange die Aktie oberhalb der Unterstützung bei 197,00 Euro konsolidiert, erwarten die Analysten der DZ BANK eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung über 210,35 Euro hinaus zur oberen Begrenzung der übergeordneten Seitwärtsrange bei 231,90/234,25 Euro. Halte die Unterstützung bei 197,00 Euro wider Erwarten nicht, seien kurzfristig weitere Abgaben auf 190/189,20 Euro zu erwarten, wo neben mehreren Tiefs vom Februar/März 2017 auch die 200-Tage-Linie verlaufe. Falle die Aktie unter diese Unterstützung zurück, würden sich die mittelfristigen Perspektiven eintrüben und es müsste von einem erneuten Test der unteren Begrenzung der Seitwärtsrange bei 162,05/158,20 Euro ausgegangen werden.

Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert Continental zur Verfügung. Ein Beispiel sei eine Aktienanleihe mit Fälligkeit am 22.12.2017 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 210,526 Euro und einer Zinszahlung von 6,00% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 22.12.2017, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Continental AG. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Continental AG. Für die Rückzahlung der Aktienanleihe gebe es zwei Möglichkeiten: Notiere die Aktie am 15.12.2017 per Schlusskurs (Xetra) auf oder über dem Basispreis von 210,526 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.

Notiere die Aktie am 15.12.2017 per Schlusskurs (Xetra) unter dem Basispreis von 210,526 Euro, erhalte der Anleger Aktien der Continental AG in der durch das Bezugsverhältnis bestimmten Zahl. Das Bezugsverhältnis betrage 4,75. Dementsprechend erhalte der Anleger vier Aktien. Zusätzlich erhalte er für den Gegenwert von 0,75 Aktien eine Ausgleichszahlung. Der Gegenwert der Aktien zuzüglich Ausgleichszahlung werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag von 1.000,00 Euro liegen. Ein Zusammenfassen mehrerer Ausgleichsbeträge zu Ansprüchen auf Lieferung von Aktien sei ausgeschlossen.

Die vorliegend beschriebene Aktienanleihe richte sich somit an Anleger, die davon ausgehen würden, dass der Schlusskurs der Aktie der Continental AG am 15.12.2017 auf oder über 210,526 Euro notieren werde. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 3,78 Euro belaufen. (Stand vom 09.06.2017) (12.06.2017/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
92,67 € 93,29 € -0,62 € -0,66% 23.08./19:59
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000DGX73T5 DGX73T 97,86 € 90,55 €
Werte im Artikel
194,35 minus
-0,69%