5% Aktienanleihe Classic 2019/03 auf Vonovia: Ergebnisprognose für 2018 erneut erhöht - Anleiheanalyse


10.09.18 09:15
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Vonovia eine 5% Aktienanleihe Classic 2019/03 (ISIN DE000DDF1GP8 / WKN DDF1GP) mit dem Basiswert Vonovia vor.

Nach mehreren Übernahmen in den vergangenen Jahren sei die Vonovia SE mit rund 400.000 Wohnungen zu Europas führendem Wohnungsunternehmen aufgestiegen. Der Portfoliowert liege derzeit bei ca. 41,7 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr 2018 habe das Unternehmen von der nach wie vor hohen Wohnraumnachfrage und steigenden Mieten in den deutschen Metropolen profitiert. Das operative Ergebnis nach laufenden Zinsen und Steuern, kurz FFO 1 (Funds from Operations), sei ohne Berücksichtigung der Übernahmen der österreichischen Wohnungsgesellschaft BUWOG und der schwedischen Immobiliengesellschaft Victoria Park gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11,5% auf 510,3 Mio. Euro gestiegen.

Der Leerstand an Wohnungen sei leicht von 2,9% auf 2,8% zurückgegangen, während sich die monatlich pro Quadratmeter erzielte Miete durch marktbedingte Anhebungen und Effekte aus Wohnwertverbesserungen und Neubau von 6,12 Euro auf 6,41 Euro erhöht habe. Der Bereich der immobiliennahen Dienstleistungen (Value-add Business), der u.a. Handwerkerdienstleistungen, TV-Kabelanschluss oder Heizkostenerfassung und -verrechnung umfasse, gewinne weiter an Bedeutung. Hier sei das bereinigte EBITDA in den ersten sechs Monaten um 13,4% auf 51,7 Mio. Euro gestiegen.

Insgesamt habe Vonovia das Periodenergebnis im ersten Halbjahr um 12,7% auf 1,2 Mrd. Euro gesteigert. Das Plus aus Bewertungen habe sich in diesem Zeitraum auf 5,7% belaufen. Zugleich sei das Investitionsprogramm für Neubau und Modernisierung erfolgreich fortgesetzt worden. Die umfangreichen Modernisierungen würden zur Erhöhung der Wohnqualität beitragen und sich entsprechend wertsteigernd auswirken.

Allerdings würden die Modernisierungen und die Ungewissheit über die künftige Miethöhe bei den Mietern auch auf Kritik stoßen. Der Vorstand habe dieses Problem erkannt und wolle sich nun verstärkt darum kümmern. Mieter sollten künftig frühzeitig und besser über anstehende Modernisierungen und die künftige Miethöhe informiert werden. Auch das Härtefallmanagement solle verbessert werden. Für den Dialog mit den Mietern stelle Vonovia neue Mitarbeiter ein, die sich speziell um Mieteranlägen kümmern und diese vor Ort individuell betreuen würden. Gleichzeitig habe Vonovia darauf verwiesen, dass man durchschnittlich nur 7% statt 11% der Modernisierungskosten auf die Mieter umlege. Damit erfülle man bereits jetzt die von der Bundesregierung angestrebte Gesetzesänderung, die eine Absenkung der Modernisierungsumlage auf 8% vorsehe.

Nachdem auf dem deutschen Markt zuletzt keine attraktiven Übernahmeziele zu finden gewesen seien, habe sich der Vorstand verstärkt im europäischen Ausland umgesehen. Nach den erfolgreichen Übernahmen von BUWOG und Victoria Park stünden nach Angaben des Vorstands zunächst keine weiteren Schritte an. Auf längere Sicht seien aber weitere Zukäufe außerhalb Deutschlands denkbar. Aktuell konzentriere sich Vonovia auf die Eingliederung der beiden Gesellschaften, die zum Ende des dritten Quartals bilanziell vollständig in den Konzern integriert sein sollten.

Die jüngsten Übernahmen würden sich auch auf die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2018 auswirken, die der Vorstand mit Vorlage der Halbjahreszahlen erneut angehoben habe. Unter Berücksichtigung der Ergebnisbeiträge in Höhe von rund 20 Mio. Euro durch Victoria Park und rund 30 Mio. Euro durch BUWOG solle das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft (FFO 1) zwischen 1,05 und 1,07 Mrd. Euro erreichen (zuvor 1,03 bis 1,05 Mrd. Euro). Dies entspreche einem Anstieg um voraussichtlich 15% gegenüber dem Vorjahreswert.

Wir sehen neben den allgemein positiven Rahmenbedingungen des Wohnimmobiliensektors (hohe Wohnraumnachfrage insbesondere in Ballungsgebieten, steigendes allgemeines Mietpreisniveau, Wertsteigerung von Immobilien) Wachstumsimpulse durch die jüngsten Übernahmen, so das DZ BANK-Derivate-Team. Der Bereich der immobiliennahen Dienstleistungen dürfte unseres Erachtens weiter an Bedeutung gewinnen, zumal Vonovia sein Dienstleistungsangebot hier weiter ausgebaut hat und nun an den ersten Standorten auch Carsharing anbietet, so das DZ BANK-Derivate-Team. Risiken sehe man in Verzögerungen bei den anstehenden Projekten. So seien nach Angaben des Unternehmens mangelnde Baugenehmigungen sowie Engpässe bei den verfügbaren Baukapazitäten die größten Hindernisse für den Neubau von Wohnungen.

Als alternative Anlagemöglichkeit zu einer Direktanlage in die Aktie stünden verschiedene Aktienanleihen mit der Aktie der Vonovia SE als Basiswert zur Verfügung. Ein Beispiel sei eine Aktienanleihe Classic mit Fälligkeit am 20.03.2019 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 43,478 Euro und einer Zinszahlung von 5,00% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 20.03.2019, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Vonovia SE. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Vonovia SE. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Liege der Schlusskurs des Basiswerts Vonovia SE an der maßgeblichen Börse (Xetra Frankfurt) am 13.03.2019 (Referenzpreis) auf oder über dem Basispreis von 43,478 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.

2. Liege der Referenzpreis unter dem Basispreis, erhalte der Anleger eine durch das Bezugsverhältnis (23,00) bestimmte Anzahl von Aktien der Vonovia SE. Der Gegenwert der Aktien werde unter dem Nennbetrag liegen. Anleger würden einen Verlust erleiden, wenn der Wert der gelieferten Aktien am Rückzahlungstermin zuzüglich der Zinszahlung unter dem Erwerbspreis der Aktienanleihe liege.

Die vorliegend beschriebene Aktienanleihe richte sich somit an Anleger, die davon ausgehen würden, dass der Schlusskurs der Aktie der Vonovia SE am 13.03.2019 auf oder über 43,478 Euro notieren werde. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) anteilig entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 1,91 Euro belaufen. (Stand vom 07.09.2018) (10.09.2018/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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