1,30% Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf BMW: Durch Corona-Krise gebremst - Anleiheanalyse


18.05.20 08:30
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Robin Freytag Bondhändler bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von BMW eine 1,30% Bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5ARU2 / WKN DD5ARU) mit dem Basiswert BMW vor.

Automobilhersteller wie BMW seien besonders stark von der Corona-Krise betroffen. Doch langsam würden die Fabriken wieder hochgefahren. Zudem könnte eine mögliche Kaufprämie den Absatz im zweiten Halbjahr ankurbeln.

Obwohl im ersten Quartal 2020 der Verkauf von Automobilen überwiegend nur in China und Teilen Asiens eingeschränkt gewesen sei, seien die Verkaufszahlen auch in anderen Regionen spürbar zurückgegangen. So habe BMW für diesen Zeitraum einen Rückgang in Asien von 25% und in Europa und den USA von jeweils 18% verzeichnen müssen. Weltweit hätten die Münchener in den ersten drei Monaten 477.111 Fahrzeuge der Premium-Marken BMW, MINI und Rolls-Royce ausgeliefert. Im Vergleich zum Vorjahr sei das ein Rückgang von 20,6%. Nichtsdestotrotz sei der Konzernumsatz um 3,5% auf 23,3 Mrd. Euro gestiegen. Der Konzernüberschuss sei dagegen leicht um 2,4% auf 574 Mio. Euro gefallen, was einem Ergebnis je Aktie von 0,84 Euro entspreche.

Die wahren Auswirkungen der Corona-Pandemie dürften voraussichtlich erst im zweiten Quartal zu sehen sein. Habe im März lediglich ein Verkaufsstopp in Asien geherrscht, hätten wenige Wochen später fast ganz Europa, Mittel- und Südamerika, Russland, Südafrika und Indien nachgezogen. Laut dem Vorstandsvorsitzenden Oliver Zipse sei der Verkauf im April weltweit um 44% gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Dementsprechend habe BMW auch die Prognose angepasst. Für das restliche Jahr rechne der Autobauer im Kerngeschäft mit einer EBIT-Marge von lediglich 0 bis 3% - normalerweise würden 8% bis 10% angestrebt.

Um die Effekte der Corona-Krise auf das Konzernergebnis zu reduzieren, wolle BMW die Kosten senken. So sollten beispielsweise durch natürliche Fluktuation frei gewordene Stellen genutzt werden, um den Personalumbau voranzutreiben. Auf das Jahr gesehen, solle die Mitarbeiterzahl leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Des Weiteren würden auch die Investitionen von ursprünglich geplanten 5,7 Mrd. Euro auf unter 4 Mrd. Euro gedrückt.

Die aktuelle Situation sei herausfordernd und die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Geschäft würden sich derzeit noch nicht endgültig abschätzen lassen. Unserer Meinung nach sind die oben beschriebenen Maßnahmen daher ein wichtiger Schritt um die Bilanz zu entlasten, so Robin Freytag Bondhändler bei der DZ BANK. Allerdings dürften wichtige Investitionen, wie z.B. in die Elektromobilität, nicht darunter leiden. Dass E-Autos in naher Zukunft eine immer größere Rolle spielen würden, würden die Verkaufszahlen aus dem ersten Quartal zeigen. Während die Verkäufe bei den Verbrennern rückläufig gewesen seien, habe BMW fast 14% mehr elektrifizierte BMW- und MINI-Fahrzeuge ausliefern können als im Vorjahreszeitraum. Einen weiteren Schub für die Verkäufe könnte die derzeit zur Debatte stehende neue Kaufprämie für Autos auslösen. Aktuell rege sich allerdings, sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik, starker Widerstand gegen diese Maßnahme.

Derzeit werde die Bonität von BMW von den beiden führenden Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's mit den Langfrist-Ratings A2 bzw. A bewertet. Wegen der Corona-Krise und ihrer Folgen hätten beide Agenturen im März ihr Rating für den Autobauer gesenkt. Zudem stufe S&P BMW mit einem negativen Ausblick ein, während Moody's das Rating im Hinblick auf eine weitere Herabstufung überprüfe. Neben den wirtschaftlichen Folgen durch den nahezu globalen Shutdown könne auch eine Reihe von längerfristigen Herausforderungen im Zusammenhang mit Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren und Megatrends in der Automobilindustrie negative Auswirkungen auf die Gewinn- und Cashflow-Generierung haben und somit das Rating dementsprechend beeinflussen. Eine Stabilisierung der Marktsituation, die zu einer Erholung der Kennzahlen auf das Niveau vor dem Ausbruch der Krise führe, könnte dagegen zu einem positiven Ratingdruck führen.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die BMW AG im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 1,30% p.a. und die Laufzeit betrage 5,1 Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 15.05.2020 bis 28.05.2020.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Volkswagen AG. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner BMW AG ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 1,30% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner BMW AG ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 15.05.2020) (18.05.2020/alc/a/a)
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