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10-jährige Rendite USA: Kurs 2%-Marke


07.01.22 11:15
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Das neue Jahr ist noch jung und doch steht bei der 10-jährigen Rendite USA möglicherweise bereits eine extrem wichtige Weichenstellung an, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

In ihrem Jahresausblick würden die Analysten eine "2" vor dem Komma für die US-Zinsen prognostizieren. Charttechnisch liefere der Kursverlauf gerade eine wichtige Bestätigung dieses Szenarios, denn jüngst habe das Zinsbarometer den Abwärtstrend seit Ende 2019 (akt. bei 1,67%) überspringen können. Aufgrund dieser Entwicklung müssten die Renditetiefs bei 1,43%/0,32%/1,13% als inverse Schulter-Kopf-Schulter-Formation interpretiert werden. Neben der Rückeroberung der Schlüsselzone bei rund 1,35% liefere dieses Trendwendemuster eine entscheidende Steilvorlage für eine Fortsetzung des Zinsanstiegs seit März 2020. Das letztjährige Hoch bei 1,78% definiere in diesem Umfeld das nächste Zwischenziel, doch perspektivisch dürfte die besagte "2%-Marke" in den Fokus rücken. Auf diesem Niveau würden das Hoch vom November 2019 (1,97%) zusammen mit den Tiefpunkten von 2017 und 2008 bei 2,02/2,04% sowie der 138,2%-Fibonacci-Projektion des Renditerutsches von März bis August 2021 (2,02%) ein wichtiges horizontales Barrierenbündel bilden.

Die Verknüpfung unterschiedlicher Zeitebenen zähle zu den absoluten Stärken der Technischen Analyse. Dem wollen die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt Rechnung tragen, indem sie im zweiten Schritt die 10-jährige Rendite auf Tagesbasis analysieren würden. Nach der Bodenbildung vom Jahresauftakt 2021 habe das Zinsbarometer von März bis September eine klassische Korrekturflagge ausgebildet, ehe im 4. Quartal mit einer Schiebezone ein weiteres trendbestätigendes Kursmuster gefolgt sei. Beide Formationen seien nach oben aufgelöst und würden somit für zusätzliche Ausrufezeichen in Sachen Zinsanstieg sorgen. Interessanterweise würden beide Chartmuster ein kalkulatorisches Mindestkursziel von rund 2% eröffnen. Rückenwind erhalte die 10-jährige Rendite USA dabei zusätzlich von der 50-Tages-Linie bzw. dem längerfristigen Pendant der letzten 200 Perioden (akt. bei 1,53%/1,49%). Anfang November sei es hier zu einem positiven Schnittmuster zwischen den beiden Durchschnittslinien gekommen - es liege also ein sog. "golden cross" vor. Auf der Unterseite würden die Ausbruchsmarken bei 1,71%/1,69% als erste kurzfristige Unterstützung dienen. Unter strategischen Gesichtspunkten gelte es in Zukunft vor allem, die angeführten gleitenden Durchschnitte nicht mehr zu unterschreiten. (07.01.2022/alc/a/a)