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10-jährige Bundrendite könnte auf -0,30 Prozent in sechs Monaten ansteigen


07.10.20 10:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Neue Konjunkturdaten deuten auf eine zweigeteilte Entwicklung der Wirtschaft im Euroraum hin, so die Analysten von Postbank Research.

Mit einem Anstieg um 4,4 auf 56,6 Punkte im September habe vor allem der Stimmungsindex für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland für eine positive Überraschung gesorgt. Das Pendant für die Eurozone sei auf 53,7 Punkte gestiegen und signalisiere eine kräftige Expansion im Industriesektor. Die exportorientierte Industrie profitiere in starkem Maße von einer schnellen Erholung des globalen Handels nach dem Ende des Lockdowns.

Der Dienstleistungssektor leide dagegen unter dem aktuellen Anstieg der Zahl an Corona-Neuinfektionen, was in einzelnen Ländern bereits zu erneuten Einschränkungen in Teilen der Wirtschaft geführt habe. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex sei in Deutschland um 3,4 auf 49,1 Punkte und in der Eurozone insgesamt um 2,9 auf 47,6 Punkte gefallen.

Die Renditen von Anleihen der Euro-Peripheriestaaten seien im September deutlich gesunken und seien teilweise nicht mehr weit von historischen Tiefständen entfernt. Vor allem die südeuropäischen Staaten würden in hohem Maße von den Anleihekäufen der EZB und der Aussicht auf Hilfsgelder aus dem EU-Wiederaufbaufonds profitieren.

Während die EZB an ihrer Geldpolitik festhalten dürfte, könnte die 10-jährige Bundrendite im Zuge einer fortgesetzten Konjunkturerholung von aktuell -0,51 Prozent (Stand: 06.10.2020) auf -0,30 Prozent in sechs Monaten ansteigen. (Ausgabe Oktober 2020) (07.10.2020/alc/a/a)