10% Aktienanleihe Classic 2018/02 auf Wacker Chemie: Solides Q2 - Ergebnisprognose für 2017 erhöht - Anleiheanalyse


07.08.17 09:15
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Wacker Chemie eine 10% Aktienanleihe Classic 2018/02 (ISIN DE000DD1AUW1 / WKN DD1AUW) mit dem Basiswert Wacker Chemie vor.

Im Rahmen der laufenden Berichtssaison habe Wacker die Zahlen für das 2. Quartal 2017 vorgelegt. Umsatz und Periodenergebnis hätten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöht. Der Vorstand sehe Wacker auf gutem Weg, die Ziele für 2017 zu erreichen, und habe die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr angehoben.

Für viele Unternehmen aus der chemisch-pharmazeutischen Industrie würden die Geschäfte derzeit ganz gut laufen. Wie aus dem Halbjahresbericht des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) hervorgehe, habe die Kapazitätsauslastung in den ersten sechs Monaten 2017 bei 87% gelegen (1. Halbjahr 2016: 83,9%), die Produktion habe insgesamt um 1,5% zugelegt. VCI-Präsident Kurt Bock habe mit Blick auf die zweite Jahreshälfte die Erwartung anhaltend guter Geschäfte im In- und Ausland geäußert. Die Unternehmen hätten in allen wichtigen Auslandsmärkten bis in das kommende Jahr hinein mit einem stabilen Wirtschaftswachstum und einer entsprechend guten Nachfrage gerechnet.

Ein Beispiel für einen Vertreter der Branche, der von einer robusten Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen im zweiten Quartal profitiert habe, sei Wacker Chemie. Das Geschäft des Unternehmens sei in die vier Bereiche Silicones, Polysilicon, Polymers und Biosolutions unterteilt. 80% des Umsatzes würden mit Produkten erzielt, deren Grundstoff Silicium sei. Zu den wichtigsten Kunden würden Unternehmen aus der Automobil- und Bauindustrie (Silicon- und Polymerprodukte), der Halbleiterindustrie (Siliciumwafer) sowie der Solarindustrie (polykristallines Silicium) zählen.

Von April bis Juni 2017 habe Wacker Chemie den Umsatz gegenüber dem nach der Entkonsolidierung von Siltronic angepassten Wert des Vorjahreszeitraums um 1,6% auf 1,22 Mrd. Euro gesteigert (Q2 2016: 1,20 Mrd. Euro). Hierbei habe der Konzern von höheren Absatzmengen bei Siliconen und Polymerprodukten sowie positiven Währungseffekten profitiert. Dadurch hätten die im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht gesunkenen Preise mehr als kompensiert werden können. Das Ergebnis fortgeführter Geschäftstätigkeiten vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei mit 253,4 Mio. Euro indes um 4,4% hinter dem Vergleichswert des Vorjahres zurück (Q2 2016: 265,0 Mio. Euro) geblieben, was maßgeblich auf höhere Rohstoffpreise zurückzuführen gewesen sei. Die EBITDA-Marge habe bei 20,8% gelegen (Q2 2016: 22,1%). Das Periodenergebnis habe sich um 2,7% auf 60,5 Mio. Euro erhöht (Q2 2016: 58,9 Mio. Euro).

Der Vorstand sehe Wacker Chemie nach dem ersten Halbjahr auf gutem Weg, die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Die robuste Nachfrage im Chemiegeschäft sollte in den kommenden Monaten anhalten. Mit Blick auf das gut laufende Chemiegeschäft und in Erwartung eines höher als zunächst angenommenen Beteiligungsergebnisses des Waferherstellers Siltronic, der Preiserhöhungen habe durchsetzen können, sei die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr erhöht worden.

So solle das EBITDA 2017 einen Wert zwischen 900 und 935 Mio. Euro erreichen. Das obere Ende der Spanne entspreche dabei dem um Sondereffekte bereinigten EBITDA von 2016 (935,2 Mio. Euro). Bislang sei der Vorstand von einem Rückgang des EBITDA im mittleren einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Beim Konzernumsatz werde weiterhin ein Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet (2016: 4,6 Mrd. Euro), die EBITDA-Marge dürfte dagegen etwas unterhalb des Vorjahreswertes von 20,6% liegen.

Positiv sehen die Analysten der DZ BANK die starke Nachfrage nach Siliconen und die steigenden Absatzmengen bei Polymerprodukten. Aufgrund der sehr guten Auftragslage habe der Vorstand die Ergebnisprognose für den Bereich Silicones nochmals angehoben. Im Polysiliciumgeschäft seien bei den Kosten weitere Fortschritte erzielt worden, zudem arbeite man konsequent an technischen Verbesserungen. Die Investitionen in den Aufbau von Kapazitäten für das gut laufende Chemiegeschäft sollten sich nach Ansicht der Analysten auszahlen.

Ein Risiko für die Geschäftsentwicklung des Konzerns stellt nach Erachten der Analysten der DZ BANK das schwierige Marktumfeld für Polysilicium dar, wo ein verschärfter Wettbewerb insbesondere durch chinesische Unternehmen und Überkapazitäten für Kosten- sowie Preisdruck sorgen. Derzeit sähen sei bei den Polysilicium-Preisen eine Stagnation auf niedrigem Niveau. Niedrigere Produktpreise und steigende Rohstoffpreise könnten sich auch nachteilig auf die EBITDA-Marge der anderen Geschäftsbereiche (z.B. Polymers) auswirken. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, habe Wacker für den Bereich Polymers Preiserhöhungen angekündigt.

Bei der Aktie der Wacker Chemie AG sahen wir ab Mai 2015 ausgehend von einem Hoch bei 116,50 Euro eine längere Abwärtsbewegung, die bis auf ein Tief bei 58,20 Euro führte, so die Analysten der DZ BANK. Ab Februar 2016 habe man wieder steigende Kursnotierungen gesehen. Im Januar 2017 habe die Kursnotierung mit 115,20 Euro schließlich fast den Ausgangspunkt der Abwärtsbewegung von 2015 erreicht. Die in diesem Bereich verlaufenden früheren Hochpunkte hätten sich dabei als Widerstand erwiesen, an dem die Aktie nach unten abgeprallt sei.

In den folgenden Monaten habe man eine Abwärtsbewegung gesehen, in deren Verlauf die Aktie Mitte Juni ein Tief bei 90,59 Euro markiert habe. Damit seien rund 50% der vorherigen Aufwärtsbewegung (50%-Retracement bei 92,92 Euro) korrigiert worden. Der in diesem Zusammenhang gesehene Rückfall unter die 200-Tage-Linie sei nur von kurzer Dauer gewesen, denn ausgehend von 90,59 Euro habe eine Erholung eingesetzt und die Aktie sei zurück über ihren langfristigen gleitenden Durchschnitt geklettert.

Mit Bekanntgabe der Zahlen zum zweiten Quartal sei die Aktie zunächst über das 50%-Retracement (102,90 Euro) der Korrektur vom ersten Halbjahr 2017 gestiegen, habe dieses Niveau aber per Schlusskurs nicht verteidigen können. Kurzfristig könne es nach der Ausbildung eines Bearish-Engulfing-Candlestickmusters im Tageschart zu einem Rücksetzer zum letzten Verlaufstief bei 98,65 Euro bzw. der 200-Tage-Linie bei 97,00 Euro kommen. Solange die Aktie nicht nachhaltig unter 92,92 Euro zurückfalle, erwarte man mittelfristig einen Test des Hochs bei 115,20 Euro. Voraussetzung dafür sei allerdings ein Anstieg über 105,80 Euro. Sollte die Aktie allerdings unter 92,92/90,59 Euro zurückfallen, würde sich das Chartbild der Aktie eintrüben. Es wären dann fortgesetzte Abgaben in Richtung 87,66 Euro und 85,00 Euro zu erwarten.

Als alternative Anlagemöglichkeit zur Direktanlage stünden verschiedene Aktienanleihen mit dem Basiswert Wacker Chemie zur Verfügung. Ein Beispiel sei eine Aktienanleihe mit Fälligkeit am 23.02.2018 (Rückzahlungstermin), einem Basispreis von 100,00 Euro und einer Zinszahlung von 10,00% p.a. Die Zinszahlung am Zinszahlungstermin, ebenfalls der 23.02.2018, sei unabhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Wacker Chemie AG. Dividendenansprüche aus der Aktie stünden dem Anleger nicht zu.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Wertentwicklung der Aktie der Wacker Chemie AG. Entscheidend sei dabei der Schlusskurs der Aktie Wacker Chemie AG an der maßgeblichen Börse (Xetra) am 16.02.2018.

Notiere die Aktie am 16.02.2018 auf oder über dem Basispreis von 100,00 Euro, werde die Aktienanleihe zum Nennbetrag (1.000,00 Euro) zurückgezahlt.

Notiere die Aktie am 16.02.2018 unter dem Basispreis von 100,00 Euro, erhalte der Anleger Aktien der Wacker Chemie AG in der durch das Bezugsverhältnis bestimmten Zahl. Das Bezugsverhältnis betrage 10,00. Dementsprechend erhalte der Anleger zehn Aktien. Der Gegenwert der Aktien werde in diesem Fall unter dem Nennbetrag (1.000,00 Euro) liegen. Ein Zusammenfassen mehrerer Ausgleichsbeträge zu Ansprüchen auf Lieferung von Aktien sei ausgeschlossen.

Die vorliegend beschriebene Aktienanleihe richte sich somit an Anleger, die davon ausgehen würden, dass der Schlusskurs der Aktie der Wacker Chemie AG am 16.02.2018 auf oder über 100,00 Euro notieren werde. Bei Erwerb der Aktienanleihe während der Laufzeit müssten zusätzlich anteilig aufgelaufene Zinsen (Stückzinsen) entrichtet werden. Aktuell würden sich die Stückzinsen auf 1,92 Euro belaufen. (Stand vom 04.08.2017) (07.08.2017/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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102,28 € 102,34 € -0,06 € -0,06% 22.11./19:38
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000DD1AUW1 DD1AUW 104,08 € 99,84 €
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